Fans legen vor dem Hotel, in dem Foo-Fighters-Drummer Taylor Hawkins tot aufgefunden wurde, Blumen ab. imago

Tod mit nur 50 Jahren: Am Freitagabend wurde Foo-Fighters-Schlagzeuger Taylor Hawkins vor einem geplanten Auftritt in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá tot aufgefunden. Noch steht die Todesursache noch nicht offiziell fest, doch ein toxikologisches Gutachten legt nahe, dass ein Zusammenhang mit diversen Substanzen besteht, die im Blut des Rockmusikers gefunden wurden.

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Foo Fighters-Drummer Taylor Hawkins beim Lollapalooza 2022 Festival in Santiago.

Die Band gastierte gerade auf einer aktuellen Welttournee in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Nun ist die Tour unterbrochen oder vorzeitig beendet, die Bandkollegen Hawkins sind geschockt. „Die Familie der Foo Fighters ist erschüttert vom tragischen und verfrühten Verlust unseres geliebten Taylor Hawkins“, schrieb die Band in der Nacht zum Samstag auf Twitter. „Sein musikalischer Geist und sein ansteckendes Lachen werden für immer unter uns allen weiterleben.“

Hawkins hinterlässt eine Frau und mehrere Kinder. Die Band bat um Rücksicht auf die Privatsphäre der Angehörigen des Schlagzeugers. Zur Todesursache machte sie keine Angaben. Doch ein toxikologisches Gutachten fand verschiedene Drogen im Körper des Toten.

Zehn verschiedene Substanzen im Blut von Foo Fighters-Drummer Taylor Hawkins gefunden

Bei einer ersten toxikologischen Untersuchung seien im Körper des Toten Spuren von Marihuana, Opiaten und Antidepressiva gefunden worden, erklärten die kolumbianischen Ermittler am Samstag. Es seien „zehn verschiedene Arten von Substanzen“ gefunden worden, darunter THC - das in Marihuana vorkommt -, trizyklische Antidepressiva und Benzodiazepine. Ob die Drogen zum Tod des Musikers geführt haben, darauf gingen die Ermittler nicht ein.

Die mit mehreren Grammys ausgezeichnete Rockband befindet sich derzeit auf Welttournee und macht Station in Südamerika. Hawkins war tot in einem Hotel in Bogotá aufgefunden worden, wie das Büro des Bürgermeisters bekanntgab.

Demnach habe die örtliche Notrufzentrale einen Anruf über einen „Patienten, der über Schmerzen in der Brust klagte“, erhalten. Entsprechende Wiederbelebungsmaßnahmen seien durchgeführt worden - ohne Erfolg.

Foo Fighters-Drummer Taylor Hawkins kurz vor geplantem Auftritt in Bogotá tot aufgefunden

Am Freitag hätten die Foo Fighters in der kolumbianischen Hauptstadt beim Musikfestival Estéreo Pìcnic auftreten sollen. Dort zündeten Tausende schockierte Fans Kerzen an und hielten eine Minute inne, nachdem sie vom Tod des Schlagzeugers erfahren hatten. Für den Sommer war auch ein Deutschland-Konzert der Band in Berlin geplant.

Hawkins spielte seit 1997 bei den Foo Fighters - einer der einflussreichsten und von den Kritikern gefeierten Alternative-Rockbands der USA. Er war als Schlagzeuger an einigen der größten Hits der Gruppe beteiligt, darunter „Learn to Fly“ und „Best of You“. Zuvor saß er für die kanadische Sängerin Alanis Morissette an den Drums, bis Front-Mann Dave Grohl - früher Schlagzeuger bei Nirvana - ihn abwarb.

In einem Interview mit dem Sender 95.5 KLOS bezeichnete Grohl seinen Bandkollegen im vergangenen Jahr als „unglaublichen Schlagzeuger“ und beschrieb das persönliche Verhältnis zu ihm als äußerst eng. Als er Hawkins erstmals persönlich begegnet sei, habe er binnen weniger Sekunden gedacht: „Wow: Du bist entweder mein Zwilling, mein Seelenverwandter oder mein bester Freund.“

Zahlreiche Musikerkollegen äußerten sich betroffen über Hawkins' frühen Tod. Der Black-Sabbath-Star Ozzy Osbourne würdigte den Schlagzeuger als „großartigen Menschen und unglaublichen Musiker“. Der Gitarrist der Rockband Rage Against the Machine, Tom Morello, erinnerte an die „nicht aufzuhaltende Rock-Power“, die von Hawkins ausgegangen sei.

Die Band Nickelback schrieb auf Twitter, sie sei „vollkommen ungläubig angesichts der Nachrichten über Taylor Hawkins“. Von „tragischen“ Nachrichten sprach auf der Punkrocker Billy Idol.