Plácido Domingo, spanischer Opernsänger, äußert sich erstmals nach den Vorwürfen im TV. Foto: Britta Pedersen/dpa

In einem aktuellen Interview mit dem spanischen Fernsehsender RTVE sagt der spanische Opernstar Placido Domingo, seine Stellungnahme zu den Vorwürfen der sexuellen Belästigung sei fälschlicherweise als Schuldeingeständnis interpretiert worden. „Ich wiederhole, dass ich mich entschuldigt habe, falls ich jemanden beleidigt habe. Aber ich habe niemals, niemals jemanden belästigt“, sagte der 79-Jährige dem Fernsehsender.

Im Rahmen der MeToo-Bewegung wird Domingo von mehreren Frauen sexuelle Belästigung vorgeworfen. Eine von der Oper in Los Angeles in Auftrag gegebene Untersuchung im März zu dem Ergebnis, dass bestimmte Vorwürfe von „unangemessenem Verhalten“ glaubwürdig seien. Eine Untersuchung des US-Verbands der Musikkünstler (AGMA) kam zudem zu dem Schluss, dass Domingo „unangemessene Aktivitäten“ vom Flirt bis hin zu sexuellen Avancen ausgeübt habe.

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Der Openrsänger hatte in diesem Zusammenhang gesagt, dass ihm „der Schmerz, den ich ihnen (den mutmaßlichen Opfern) zugefügt habe, wirklich leid tut“. Nun relativiert er seine als Schuldeingeständnis interpretierte Stellungnahme. Domingo wörtlich: „Nein, das war kein Mea Culpa. Auch wenn das so ausgesehen hat.“

Er verurteile sexuelle Belästigung „in jeder Situation, an jedem Ort und zu jeder Zeit“. Der Schutz der Frauenrechte sei „von größter Bedeutung“. Davon unabhängig könne man aber nicht bestreiten, dass sich „die Sensibilität zu diesem Thema im Laufe der Jahre“ verstärkt habe.

Auf die Frage, weshalb er sich erst jetzt zu einem TV-Interview bereiterklärt habe, sagte Domingo, die überstandene Covid-19-Krankheit habe ihn dazu gebracht. Während der Krankheit habe er „viel, viel Angst gehabt, dass ich es nicht schaffe“.