Peter Wieland (89) gehörte zu den großen Unterhaltungskünstlern in der DDR. imago-images/Weihs

Berlin - Er war einer der ganz großen Schlager- und Musical-Stars in der DDR. Peter Wieland, der ein Millionen-Publikum mit seinen Liedern und Auftritten begeisterte, ist tot.  Der 89jährige Sänger starb in der Nacht zum Montag um 1.30 Uhr, teilte Wielands Managerin Julia Gordon dem KURIER mit.   

Peter Wieland hatte noch viel vor. "Im Juli wollte er noch seinen 90. Geburtstag mit Freunden und Kollegen auf der Bühne feiern. Auch eine Sendung in der MDR-Reihe ,Legenden' war geplant", sagt die Managerin. Dabei hatte der Star bereits seit dem vergangenem Herbst gesundheitliche Probleme. Im Oktober 2019 war Wieland gestürzt, hatte sich einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen.

Nach der OP musste er immer wieder in ein Krankenhaus. Zuletzt wurde der kranke Entertainer in einer Berliner Pflegeeinrichtung in Französisch-Buchholz betreut. „Als ich Peter dort gestern wieder besuchen wollte, erfuhr ich, dass er in der Nacht gestorben war. Seine Töchter waren bei ihm“, sagte die frühere DDR-Artistin Barbara Wendel dem KURIER.

Dagmar Frederic: "Ich bin dankbar für die Zeit, die ich mit ihm verleben durfte."

Noch am Wochenende bekam Peter Wieland Besuch von Dagmar Frederic (74). Die beiden Künstler waren in den 60er- bis Anfang der 80er-Jahre nicht nur auf der Bühne ein Traumpaar. Von 1977 bis 1983 war Frederic auch die Ehefrau von Wieland. „Ich bin sehr traurig“, sagt die Sängerin. „Peter war ein hervorragender Künstler. Ich bin dankbar für die Zeit, die ich mit ihm verleben durfte. Er hatte ein schönes und erfülltes Leben.“

Nicht nur als Künstler-Duo traten sie auf. Peter Wieland und Dagmar Frederic waren non 1977 bis 1983 auch verheiratet.  imago-images/Gueffroy

Seine Karriere begann im Kirchenchor

Peter Wieland wurde 1930 in Stralsund als Ralf Sauer geboren. Nach dem Krieg kam seine Familie nach Köthen. "Dort begann auch seine Sängerkarriere", sagt Managerin Gordon. "Peter war im Kirchenchor, eine Lehrerin entdeckte sein Talent." In den 50er-Jahren gewann Wieland einen Hauptpreis bei einem Gesangswettbewerb in Leipzig, studierte dann in Berlin an der "Hochschule für Musik Hanns Eisler".

Ein Foto aus den 60er-Jahren: Peter Wieland und seine Tochter Christine. Gößinger

Zum  Opernsänger (Fach Bariton) wurde er ausgebildet. Nach dem Studium startete der Künstler als Gesangssolist beim Rundfunkorchester des Deutschlandfunks, legte sich 1957 den Künstlernamen Peter Wieland zu.  Revuen im Friedrichstadt-Palast,  Schallplattenaufnahmen und Auftritte in Fernsehshows wie "Ein Kessel Buntes" oder "Da liegt Musike drin"  folgten. Zusammen mit Dagmar Frederic erhielt der Star den Nationalpreis der DDR. 1981 wurde er ihnen von Erich Honecker überreicht.

Gastrolle in "Gute Zeiten, schlechte Zeiten"

Auch nach dem Ende der DDR war Wieland als Künstler gefragt. Neben TV-Unterhaltungsshows und Solo-Tourneen wirkte er auch in einigen Episoden der RTL-Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" mit. Eine der Paraderollen Wielands war der Kaiser Franz Joseph, den er in der Operette "Im weißen Rößl" spielte, damit unter anderem am Theater in Freiburg gefeiert wurde.

Peter Wieland und seine Frau Marion, die 2017 an Krebs starb. Gößinger

In den vergangenen Jahren wurde es etwas ruhiger um Peter Wieland, als 2017 seine dritte Ehefrau Marion mit 65 Jahren an Krebs starb.