Peter Maffay bei einem Konzert. Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Seit der Verschwörungsideologe Attila Hildmann in seinem Telegram-Kanal damit geprahlt hat, zehn deutsche Top-Promis an der Hand zu haben, die bereit seien, seine kruden Theorien über das Coronavirus, die Bundesrepublik Deutschland und etwaige unterirdische Höhlen zu verbreiten, schauen Fans genauer hin, was ihre Stars so sagen - und hoffen, dass es nicht einer ihrer Lieblinge ist, der sich mit vermeintlich einfachen Antworten und Schuldzuweisungen den Kopf verdrehen lässt. Fans von Peter Maffay können nun jedenfalls erleichtert aufatmen. Der Rockstar bezog klar Position - und kritisierte dabei auch einige Kollegen.

Im Podcast „Die Wochentester“ des „Kölner Stadt-Anzeigers“ sagte der 71 Jahre alte Musiker:„ Leute, die Corona leugnen, schaden der Gesellschaft. Das ist meine Überzeugung. Und sie schaden nicht nur sich selbst, sondern vor allem anderen.“Er halte die Negierung eines existenten Problems für „völlig falsch“. „Corona ist ein Umstand, den man akzeptieren muss, weil er da ist. Ihn zu leugnen, halte ich für extrem gefährlich und extrem falsch.“

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Nach Xavier Naidoo, der schon seit vielen Jahren immer wieder öffentlich Verschwörungsideologien reproduziert und auch schon mit Reichsbürgern auf Demonstrationen war, hatte sich zuletzt Michael Wendler aus dem Showgeschäft zurückgezogen und verbreitet auf seinem Telegram-Kanal wüste Verschwörungstheorien. Erst vor wenigen Tagen hatte auch Sängerin Nena einen kryptischen Post abgesetzt, der durchaus nach dem klag, was aus der Ecke von Verschwörungsideologen zu hören ist. Ihr Management betonte aber, dass sich Nena nicht zum Lager der Corona-Leugner zähle.

Maffay glaubt zudem, weder Michael Wendler und Xavier Naidoo in naher Zukunft wieder auf den echten Weg bringen zu können. „Ich glaube, dass eine Argumentation in beiden Fällen nichts bringen würde“, sagte er in dem Podcast.

Auch Peter Maffay leidet unter der Krise

Dennoch leidet natürlich auch Maffay selbst unter der Corona-Krise. „Die Situation für Künstler und Dienstleister ist seit über einem halben Jahr ein Lockdown. Wir sind von 100 auf 0 runtergefahren“, klagt er. „Wenn mehr Zuschauer zugelassen wären, würde sich die Branche selbst aus dem Schlamassel ziehen können.“ Doch diese Möglichkeit bliebe der Branche verwehrt. Eine erfrischend sachliche Kritik zu den aktuellen Maßnahmen, die zeigt, dass der Diskurs noch funktioniert, wenn man sich nur von den einschlägigen Telegram-Gruppen fernhält.