Paula Beer Fot: AFP

Die 70. Berlinale – zehn Tage lang gab es mehr als 340 Filme, 18 konkurrierten allein im Wettbewerb um die Silbernen und Goldenen Bären. Gestern Abend ging das Jubiläums-Filmfest mit der feierlichen Preisverleihung zu Ende. Und eine konnte ihr Glück kaum fassen! Paula Beer (25, „Transit“, „Bad Banks“) bekam den Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin – für ihre Rolle als „Undine“ in dem gleichnamigen Liebes-Märchen-Film von Christian Petzold. Die Schauspielerin, sie trug passend zu ihrem Bären silbern funkelnde Schuhe, dankte gerührt ihrem „Undine“-Filmpartner Franz Rogowski, der gestern Abend nicht dabei sein konnte. Paula Beer: „Er ist der wundervollste Spielmann, den man sich wünschen kann.“ Daher sei der  Preis für sie und ihn. Die zwei spielen in „Undine“ ein Liebespaar. Vorher hatte bereits der deutsche Kameramann Jürgen Jürges einen Silbernen Bären für den    Experimentalfilm „DAU. Natasha“ erhalten. Und während vor der Tür die  „Red Carpet Activists“ (Motto: „Für Klimagerechtigkeit auf dem Teppich bleiben“) ihre große Protestaktion am Berlinale-Palast durchzogen, ging es drinnen feierlich weiter.

Gleich zu Beginn der Gala traten die neuen Festivalchefs auf die Bühne. Carlo Chatrian: Die letzten zehn Tage seien „ein großer Ritt“ gewesen. Er sei stolz, ein Teil davon gewesen zu sein. Mariette Rissenbeek freute sich über „das wundervolle Publikum“. Durch das Programm führte erneut Schauspieler Samuel Finzi – diesmal etwas lockerer als bei der Eröffnungsgala.

Und dann hagelte es Bären! Elio Germano bekam den Silbernen Bären als bester Hauptdarsteller für „ Hidden away“. Der Goldene Bär für den besten Film ging an „Es gibt kein Böses“ des iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof, der gestern allerdings nicht dabei sein konnte. Er bekam keine Ausreisegenehmigung. In „Es gibt kein Böses“ mit Baran Rasoulof in der Hauptrolle werden vier Kurzgeschichten erzählt, die sich mit der Todesstrafe im Land beschäftigen.  Es ist der dritte Goldene Bär für einen Regisseur aus dem Iran: 2011 gewann „Nader und Simin – Eine Trennung“ von Asghar Farhadi, 2015 „Taxi Teheran“ von Jafar Panahi. Leer ging gestern leider Regisseur Burhan Qurbani mit seiner mutigen Neuverfilmung des Romans „Berlin Alexanderplatz“ mit Jella Haase und Welket Bungué aus.    Ein Sonderpreis zur 70. Berlinale ging an die französische Komödie „Delete History“ („Effacer l’historique“). Nicht mehr vergeben wurde dafür der Alfred-Bauer-Preis. Hintergrund sind Recherchen zur Nazi-Vergangenheit des ersten Festivalleiters Alfred Bauer.