Paris Jackson macht inzwischen selbst Musik, allerdings ganz anders als ihr Vater. Foto: Imago-Images/Dave Bedrosian

Paris Jackson war gerade einmal elf Jahre alt, als ihr Vater Michael am 25. Juni 2009 an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol starb. Ihr schluchzender Auftritt bei der öffentlichen Trauerfeier in Los Angeles hat uns alle gerührt - ganz egal, was wir von Michael Jackson hielten. Nun, elf Jahre später, sprach sie über ihr Leben nach dem Jahr 2009.

„Ich bin durch die Hölle gegangen - ob es sein Tod war oder all die anderen Dinge, die ich in meinem Leben durchgemacht habe“, sagte die inzwischen 22-Jährige in einer Facebook-Serie über sie, ihren Freund Gabriel Glenn und die Gründung ihrer gemeinsamen Band The Sunflowers.

Mit Tränen in den Augen sprach Paris Jackson im Jahr 2009 auf der Trauerfeier für ihren Vater Michael Foto: Imago-Images/Zuma-Press

Ihre Erfahrungen verarbeite sie in ihrer Musik. „Wenn ich nicht darüber spreche - oder es nicht in meine Musik einfließen lasse, wird es mein Leben komplett ruinieren und es wird mich besitzen [...]. Das will ich nicht“, sagte sie. Das musikalische Jackson-Vermächtnis ist für sie ein Richtungsweiser - lässt Paris aber auch Zweifeln: „Jeder in meiner Familie macht Musik. Ich meine, ich bin eine Jackson“, sagte sie. „Es macht Sinn, dass ich Musikerin bin. Aber eine Jackson, die Folk-Indie macht?“

Auch in Sachen Sexualität will sich Paris Jackson in kein Schema pressen lassen. „Mit wem ich zusammen bin, ist nicht davon abhängig, was diese Person in der Hose hat. Sondern wie sie als Mensch ist", sagte sie in der Doku. „Ich habe mehr als nur Männer und Frauen gedatet. Einer meiner Männer hatte eine Vagina.“

Dass sie nicht heterosexuell ist, hatte sie bereits als kleinen Mädchen gemerkt. Und selbst ihr Vater Michael „hat das schnell spitzbekommen“. Paris: „Ich fand Heteropaare einfach langweilig und wusste nicht genau, was ich von meiner Sexualität halten soll. Daddy hat mich wie meine Brüder ein paar Mal damit aufgezogen ‚Paris hat ne Freundin‘ – wenn ich zu lange auf das Bild einer schönen Frau auf einem Magazin gestarrt habe. Ich hatte grosses Glück, dass ich mit 8 oder 9 so frei erzogen wurde.“

Paris Jackson mit ihrem Freund und Band-Kollegen und Gabriel Glenn Foto: Imago-Images/APress

Die Dinge änderten sich, als sie nach dem Tod ihres Vaters bei ihrer Großmutter Katherine einzog: „Homosexualität ist ein grosses Tabu in der schwarzen Gemeinde. Und da sie dazu auch noch eine Zeugin Jehovas war, musste ich meine wahren Gefühle vor ihr verstecken.“ Als sie sich das erste Mal vor einem Familienmitglied outete, „wurde ich gar nicht ernst genommen.“ Zu ihrem Glück wird sie von ihrem älteren Bruder Prinz unterstützt: „Er hat mir gesagt, dass er mehr erfahren will, um mich besser zu verstehen. Es ist so toll, dass er für mich da ist.“

Auch mit ihrem aktuellen Freund und Band-Kollegen Gabriel Glenn läuft es gut. „Wir haben uns vor 2 Jahren kennengelernt und es hat gleich geklickt. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal länger mit einem Kerl zusammen sein würde. Ich habe gedacht, ich würde am Ende eine Frau heiraten.“