Der Oscar hält sich offiziell aus dem Ukraine-Krieg raus – zur Enttäuschung vieler Stars.
Der Oscar hält sich offiziell aus dem Ukraine-Krieg raus – zur Enttäuschung vieler Stars. Matt Sayles/Invision/AP

Der Oscar hält sich offiziell aus dem Ukraine-Krieg raus – zur Enttäuschung vieler Stars. Co-Gastgeberin Amy Schumer hatte vorgeschlagen, Wolodymyr Selenskyj als Ehrengast zu den Academy Awards einzuladen. Natürlich nur virtuell per Live-Schaltung oder auch mit einem bereits aufgenommen Video. Doch die Produzenten von Hollywood größter Show machten dem Plan jetzt einen Strich durch die Rechnung.

Schumer hatte in einem Interview darüber geschwärmt, wie der ukrainische Präsident unter anderem von dem britischen, kanadischen und US-Parlamenten bzw. Kongressen aufgetreten war. Und mit seinen emotionalen Reden die Menschen aufgewühlt und zum Handeln gebracht hatte. Insbesondere als Ex-Schauspieler würde Selenskyj besonders prädestiniert für einen Oscar-Auftritt sein, in dem er die Millionen vor den Fernsehern direkt ansprechen könnte.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Ukrainian Presidential Press Off/AP/dpa

Trotzdem soll die Ukraine Thema in der Oscar-Show sein

Für den Hollywood-Kolumnisten Benjamin Svetkey ist das „Nein“ der Filmakademie ein moralisches und taktisches Unding. Er verweist darauf, wie „bedeutungslos“ die Academy Awards in den letzten Jahren geworden sind – mit gerade mal 10 Millionen US-Zuschauern im letzten Jahr. Sein Appell: „Wir haben eine geschrumpfte Kinozuschauergemeinde und keine echten Megastars mehr. Deshalb gibt es nur einen Star, der die gesamte Erdbevölkerung vereinen kann. Und wenn einer für diesen Auftritt gemacht ist, dann Selenskyj, der seine Oscar-Rede wahrscheinlich schon seit Kindheit vor dem Spiegel geübt hat!“

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Russische Truppen dringen tiefer in die Stadt Mariupol vor.
Russische Truppen dringen tiefer in die Stadt Mariupol vor. Maximilian Clarke/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Laut Schumer in der Talkshow von Drew Barrymore hatte sie von der Filmakademie keine Begründung bekommen, warum man ihre Selenskyj-Idee ablehnt. Ihre These: „Die Einstellung der Produzenten scheint zu sein ‚Das hier ist eine Auszeit von der Realität und die Leuten sollen für einen Abend von der Realität abschalten können‘“. Dabei ist es beim Oscar schon lange Tradition, Entertainment und Politik zu vermischen. So hatte Präsident Franklin D. Roosevelt die 13. Academy Awards 1941 eröffnet und Ronald Reagan sich 1981 per Videoeinspielung gemeldet. Die First Ladys Laura Buch (2002) und Michelle Obama (2013) waren sogar vor Ort.

Amy Schumer, die am Sonntag zusammen mit Regina Hall und Wanda Sykes die Oscar-Gastgeberinnen spielen wird, kündigte allerdings an, dass sie das Thema Ukraine-Krieg während der Show ansprechen will: „Es ist eine großartige Gelegenheit, ein paar Kommentare zur aktuellen Situation zu machen. So viele Augen sind auf uns gerichtet!“