Selbst auf die Graffiti-Mauer im Mauerpark hat es die Ohrfeigen-Szene mit Will Smith und Chris Rock schon geschafft. Gemalt vom Streetart-Künstler Eme Freethinker. Stefan Henseke

Ein kurzer Ausraster, lange Folgen: Nach dem Ohrfeigen-Eklat bei der Oscar-Verleihung bleibt die Oscar-Bühne für Will Smith (53)  zehn Jahre lang gesperrt: Der Hollywood-Star wird bis 2032 von Oscar-Verleihungen und anderen Academy-Events ausgeschlossen. Weder virtuell noch persönlich dürfe Smith an Veranstaltungen teilnehmen, gab der Filmverband  in Los Angeles bekannt. Nicht die einzige Konsequenz: Wie es aussieht, verliert Will Smith jetzt auch geplante Filmrollen.

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„Ich akzeptiere und respektiere die Entscheidung der Academy“, teilte Will Smith umgehend nach der Entscheidung vom  Oscar-Ausschluss mit. Der Academy-Vorstand hatte am Freitag hinter verschlossenen Türen getagt, um über Konsequenzen für das gewalttätige Verhalten des Hollywood-Stars zu beraten. Dem „Board of Governors“-Gremium gehören 54 Filmschaffende an, darunter Oscar-Preisträger wie Steven Spielberg, Laura Dern und Whoopi Goldberg.

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An Dankeschön an Chris Rock, der die Fassung bewahrte

Zwölf Tage zuvor hatte Smith mit einem Gewaltausbruch vor einem Millionenpublikum Gäste in Hollywoods Dolby Theatre und an den Bildschirmen schockiert. Wutentbrannt stürmte er auf die Bühne und verpasste dem Komiker Chris Rock eine Ohrfeige, nachdem dieser einen Witz über Smiths Ehefrau Jada Pinkett gemacht hatte. Darin ging es um ihren kahlgeschorenen Kopf, die Schauspielerin leidet unter krankhaftem Haarausfall. Von seinem Platz aus legte Smith dann noch mit derben Schimpfworten nach.

Der Oscar-Vorstand äußerte sich am Freitag auch selbstkritisch. Sie hätten in der Gala-Nacht nicht angemessen reagiert. Dazu gab es ein Dankeschön an Chris Rock, dass er „unter diesen außergewöhnlichen Umständen“ die Fassung bewahrt habe, hieß es in der Mitteilung.

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Will Smith und Martin Lawrence in „Bad Boys for Life“, dem dritten Teil des Action-Thrillers. Sony Pictures

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In Hollywood war eine Debatte über die angemessene Strafe für Smith entbrannt. Hätte die Akademie etwa seinen Oscar zurückfordern sollen? Die Aberkennung einer Oscar-Trophäe ist in der Geschichte des Verbands erst einmal vorgekommen. 1969 traf es wegen einer Formsache den Dokumentarfilm „Young Americans“. Die Auszeichnung wurde zurückgenommen, denn der Film war vor dem erlaubten Zeitraum bereits im Kino gezeigt worden.

Will Smith könnte während der zehnjährigen Event-Sperre erneut für einen Oscar nominiert werden. Doch es ist fraglich, ob Hollywood den Ohrfeigen-Ausraster schnell verzeiht.

Zwei Filmprojekte mit Will Smith auf Eis gelegt

Wie geht es nun mit seiner Filmkarriere weiter? Als Produzent und Hauptdarsteller wirkte Smith zuletzt an dem Sklaventhriller „Emancipation“ unter der Regie von Antoine Fuqua („Equalizer“) mit. Der Streamingdienst Apple TV+ soll über 100 Millionen Dollar für die weltweiten Rechte gezahlt haben. Der Film ist im Kasten, ein Starttermin ist aber noch nicht bekannt.

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Nach diesem Film könnte seine Karriere aber ins Stocken geraten. The Hollywood Reporter berichtet, dass sich der Streamingdienst Netflix vom geplanten Projekt „Fast and Loose“ zurückgezogen hat, Regisseur David Leitch („Deadpool 2“) sei abgesprungen. Der Film sollte die  Geschichte eines Drogenbarons erzählen, der nach einem Angriff seine Erinnerungen verliert. Nicht der einzige Tiefschlag für Will Smith: Auch Sony hat die Arbeiten am vierten Teil von „Bad Boys“ (jetzt ein sehr passender Name) vorerst auf Eis gelegt.