Prinz Marcus kam, gab homophobe Beleidigungen von sich und flog wieder raus. Foto: Sat.1

Immerhin hat Prinz Marcus am Ende die Quittung für sein Verhalten bekommen. Als erster Kandidat flog er bei der Sat.1-Show Promis unter Palmen“ raus. Die finale Entscheidung zur Rauswahl hatte am Ende Katy Bähm. Und das hätten Drehbuchautoren kaum besser schreiben können. Denn Marcus fiel während der ersten (und einzigen Folge an der er mitwirken durfte) vor allem durch schlechtes Benehmen und homophobe Attacken gegenüber der Dragqueen auf.

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Prinz Marcus: Homophobe Attacken am ersten Abend bei „Promis unter Palmen“

Es war der erste Abend in der Villa. Die zwölf Stars hatten es sich bei lauschigen Temperaturen in der offenen Küche gemütlich gemacht, einige hatten schon ordentlich einen im Tee und dann passierten die unwürdigen Szenen: Sichtlich angetrunken begann Prinz Marcus seine homophobe Hass-Tirade. Das auserkorene Ziel seiner Beleidigungen: Dragqueen Katy Bähm, die abseits ihrer Kunstfigur Burak Bildik heißt. Burak ist Bisexuell und heiratete am Montag seinen Verlobten Francis.

Während Marcus sich immer weiter in Rage redete und eine diskriminierende Beleidigung auf die andere folgen ließ, fehlten Katy Bähm immer mehr die Worte. „Ich war wirklich geschockt“, sagte die Dragqueen und versuchte so zu begründen, dass ihr nach einer ersten Gegenrede komplett die Worte fehlten.

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Die weitere Gegenrede übernahm dann dankenswerterweise Willi Herren, flankiert von Kate Merlan, die lautstark darauf hinwiesen, dass diese homophoben Äußerungen nicht okay seien. Doch damit standen die beiden zeitweise auf verlorenem Posten. Zwar gaben auch die anwesenden Chris Töpperwien, Melanie Müller und Giulia Siegel den beiden in der Sache recht, dass solche Äußerungen nicht fallen dürften, entschuldigten Marcus‘ Verhalten aber mit seinem Alkohol-Konsum. Giulia, die mit Marcus seit Jahren befreundet ist, tat dieses menschenfeindliche Gedankengut gar als etwas ab, mit dem man „einfach nicht auf einen Nenner“ komme.

Am nächsten Morgen versuchte sich Marcus, sichtlich gezwungen bei Katy Bähm zu entschuldigen, ohne dabei jedoch sein homophobes Gedankengut zu meinen, sondern lediglich, dass er es im Fernsehen rausgelassen hatte. Diese Aktion war nichts weiter als der durchschaubare Versuch, die Situation irgendwie zu retten. Katy Bähm durchschaute das selbstverständlich. Ihr Resümee: „Das ist in meinen Augen so ein bisschen Image retten“, sagte Katy. „Ich werde diesen Menschen nicht ändern können und ich werde auch seine Einstellung nicht ändern können. Ich werde ihm ins Gesicht lächeln und Arschloch denken.“

„Promis unter Palmen“: Katy Bähm wirft Prinz Marcus raus

Und zum Arschloch sagen hatte Katy Bähm dann auch noch Gelegenheit. Denn anders als in der ersten Staffel, als der toxischste Kandidat mit Bastian Yotta auch gleichzeitig einer der fittesten war, verlor Prinz Marcus gleich das ersten Spiel und stand so zum Rauswählen bereit. Weil Calvin Kleinen, Chris Töpperwien und Giulia Siegel sich trotz der homophoben Angriffe nicht dazu durchringen konnte, Marcus aus dem Haus zu werfen, blieb diese Aufgabe am Ende Katy überlassen. Und für Marcus war schon nach der ersten Folge Schluss bei Promis unter Palmen!

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Verlor beim Rauswahlspiel beinahe das Bewusstsein: Prinz Marcus von Anhalt (hier mit Patricia Blanco) Foto: Sat.1

Warum es wichtig war, dass diese Szenen bei „Promis unter Palmen“ zu sehen waren

Natürlich kann man diskutieren, ob Sat.1 diese homophoben Äußerungen wirklich reproduzieren musste, aber am Schnitt ist durchaus zu erkennen, dass längst nicht alles gezeigt wurde, was Prinz Marcus so von sich gegeben hat. Zudem war der Streit, dessen Auslöser die Aussagen von Marcus waren, notwendig für die Dramaturgie.

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Und auch Katy Bähm selbst, befand noch in der Folge, dass es gut war, dass diese Verbal-Attacke im Fernsehen passiert ist. „Wir brauchen einfach diese Aufklärung auf dieser Welt“, sagte die Dragqueen. „Deshalb ist es vielleicht sogar ideal, dass es passiert ist, denn genau das ist es, was queere Menschen Tag für Tag erleben. Deswegen ist es gut, das Menschen sehen: ‚Vielleicht ist es gar nicht so cool, dass ich überhaupt so denke.‘ Wenn es dafür sorgt, dass ein kleines bisschen eine bessere Welt da draußen herrscht, bin ich happy.“

Dass diese Botschaft aber offenbar bei einigen Kandidaten, die live dabei waren, nicht angekommen ist und sie trotzdem Marcus in der Villa behalten wollten, ist dennoch enttäuschend.