Whitney Houston im Jahr 2010 bei einem Konzert in Hannover. Zu diesem Zeitpunkt stand es längst nicht mehr so gut, um die Sängerin. Foto: dpa/Holger Hollemann

Eine sagenhafte Stimme, eine wunderschöne Frau und so ein trauriger Tod - das Leben der Ausnahmesängerin Whitney Houston war eines zwischen Traum und Alptraum. Der Fernsehsender Arte zeichnet das mit der Dokumentation „Whitney - Can I Be Me?“ nach. Sie läuft im Rahmen der „Summer of Dreams“-Reihe am 17. Juli, 22.05 Uhr.

Die Macher lassen Menschen aus Houstons Umfeld zu Wort kommen - vom Bodyguard über den Musikproduzenten zu Bandmitgliedern und Bekannten. Auch ältere Interviews mit ihr oder ihrer Familie werden eingespielt. Der rote Faden der Doku ist die letzte erfolgreiche Welttournee im Jahr 1999. Die durfte erstmals ein Filmteam auch backstage begleiten. Das Material war zuvor noch nie veröffentlicht worden.

1988 bekam sie für ihren Song „I Wanna Dance with Somebody“ einen Grammy. Foto: Imago-Images/Brigani Art

Der 100-minütige Film zielt vor allem darauf ab, zu zeigen, welche Ereignisse die Sängerin verunsichert und traurig gemacht und sie am Ende ihres Lebens so stark aus der Bahn geworfen haben. Houston war im Februar 2012 im Alter von 48 Jahren tot in der Badewanne eines Hotelzimmers in Beverly Hills gefunden worden. Gerichtsmediziner kamen zum Schluss, dass das Ableben des Popstars ein Unfall war, jedoch ein Herzleiden und Kokain dazu beigetragen haben.

Houston befand sich der Doku zufolge im Laufe ihres Lebens im Scheinwerferlicht immer wieder in einem Dilemma, obwohl sie eigentlich immer nur „die Nette“ sein und mit ihrer Musik Spaß haben wollte. So war sie, obwohl sie als Dunkelhäutige mit ihrem sagenhaften Erfolg Rasse-Barrieren eingerissen hat, vielen Schwarzen zu poppig und galt deshalb als Verräterin.

Wegen ihrer engen Freundschaft zu einer Frau machten Gerüchte über ihre mögliche Homosexualität die Runde, diese Freundschaft opferte sie sogar für ihren Ehemann, den US-Sänger Bobby Brown. Das Paar ließ sich trotzdem 2006 scheiden. Kurz zuvor war Houston noch von der Firma ihres schwer kranken Vaters auf 100 Millionen Dollar verklagt worden. Wegen ihres Drogenkonsums litt schließlich auch die beeindruckende Stimme.

All das habe sie immer weiter zerstört, sagen Wegbegleiter. All diese Puzzleteile sollen am Ende mit zu ihrem Untergang beigetragen haben. „Sie starb an einem gebrochenen Herzen“, wird ein Weggefährte gleich zu Beginn der Doku zitiert.

Houston gehört zu den erfolgreichsten Musikern der 80er- und 90er-Jahre. Allein ihr Debütalbum mit drei Nummer-1-Hits verkaufte sich rund 25 Millionen Mal. Sie hatte mehr aufeinanderfolgende Nummer-1-Hits als die Beatles. Kein Soundtrack wurde öfter gekauft als der zum Film „Bodyguard“. Trotz oder vielleicht auch wegen dieses Erfolges gelang es der sympathischen Diva nicht, sie selbst zu sein.