Der amerikanische Sänger, Schauspieler und Entertainer Frank Sinatra in den 80ern auf der Bühne imago/United Archives

„Er wollte es zwar so sehr, aber er konnte sich nie dazu durchringen, Sex mit Marilyn Monroe zu haben.“ In einer neuen Biografie gibt Frank Sinatras ehemaliger Manager einen intimen Einblick in das Liebesleben des legendären Sängers. Von dessen lebenslangen Schuldgefühlen, dass er seine erste Frau und drei Kinder verlassen hatte, bis zu seiner Vorliebe für flotte Dreier.

In „Sinatra and Me: In the Wee Small Hours“ schreibt Tony Oppedisano, wie sehr sich sein Boss „selbst gequält“ hatte, dass ihm bei Frauen die Impulskontrolle fehlte: „Er hatte bis zu seinem Tod gehofft, dass er sich noch einmal mit seiner ersten Ehefrau Nancy versöhnen kann. Im Hinterkopf hatte er immer diese idealisierte Vorstellung einer perfekten italienischen Familie.“ Dabei ließ ihm seine Jugendliebe Nancy, die er 1939 geheiratet hatte, viele Freiheiten. Sie wusste von Franks Untreue, wenn dieser auf Tournee ging, und ignorierte das. Laut Oppedisano kannte Sinatra bei Frauen keine moralischen Skrupel, seine besonderen Vorlieben im Bett durchzusetzen: „Er stand besonders auf Sex mit zwei Frauen auf einmal. Wenn er nach einer Show müde war, sagte er zu den Girls ‚Fangt ihr schon mal an, ich komme dann dazu!‘“

imago/Ronald Grant
Frank Sinatra und Nancy Sinatra im July 1943

Wieso Nancy ihrem Frank so lange die Stange hielt? Der Autor dazu: „Sie hat dazu mir mal gesagt ‚Er kam immer wieder zu mir zurück und ich wusste, wo sein Herz war. Wo er mit anderen Körperteilen steckte, das war eine andere Sache.“ Die Ehe scheiterte 1951, weil Nancy mit dem Hollywood-Lebensstil nichts anfangen konnte – und weil Sinatra inzwischen Ava Gardner verfallen war. Diese heiratete er gleich nach der Scheidung 1951. Oppedisano: „Die Beziehung der beiden war voller Extreme. Entweder verbrennend heiß oder eiskalt. Weil Frank beruflich aber in Avas Schatten stand, fühlte er sich in seiner Männlichkeit bedroht. Am Ende ist das Feuer dann ganz erloschen.“

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Trotz 30 Jahren Altersunterschied: Frank Sinatra ehelichte Mia Farrow 

Auf Sinatras dritte Ehefrau Mia Farrow, die 30 Jahre jünger war als „Frankieboy“, war Gardner nicht gut zu sprechen. Oppedisano: „Ich habe den Fehler gemacht, Ava 1966 zu fragen, was sie von Franks neuer Braut hält. Sie meinte ‚Er hat mit Mia endlich die Frau gefunden, die er schon sein ganzes Leben lang gesucht hat: ein Junge mit einer Fo…‘“. Eine fiese Anspielung darauf, dass Farrow nicht gerade kurvig war und eine Kurzhaarfrisur trug. Die Ehe ging nach nur zwei Jahren 1968 in die Brüche, weil Farrow durch den Film „Rosemary’s Baby“ weltberühmt wurde – „und Frank nicht schon wieder im Schatten einer Ehefrau stehen wollte“.

Frank Sinatra und Mia Farrow an ihrem Hochzeitstag in Las Vegas, 1966 imago/Cinema Publishers Collection

Oppedisano dementiert ein hartnäckiges Gerücht, dass Farrows Sohn Ronan das Produkt vom „Sex mit dem Ex“ zwei Jahrzehnte später war. Denn Ende März 1987, als Ronan gezeugt wurde, ging es Sinatra gesundheitlich sehr schlecht. Oppedisano: „Er hatte eine Notoperation hinter sich und einen künstlichen Darmausgang. Das war bestimmt nicht der Zeitpunkt für einen Seitensprung mit Mia hinter dem Rücken seiner vierten Ehefrau Barbara.“

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Frank Sinatra vergötterte Marilyn Monroe

Marilyn Monroe vergötterte Sinatra laut seines Ex-Managers wie keine zweite Frau. Er fand die Sexbombe „wunderschön, witzig, charismatisch und voller Sexappeal“. Doch er kannte auch ihre traurige Geschichte. Oppedisano: „Sie war noch immer das kleine verletzliche Mädchen auf der Suche nach einem Mann, der sich um sie kümmert und bei dem sie sicher ist.“ Zwischen den beiden Stars bestand zwar eine „Art von Romanze“, die aber platonisch blieb: „Marilyn war völlig bereit, mit Frank mehr zu haben, und er war auch körperlich sehr von ihr angezogen. Doch er wusste auch, wie sehr er sie verletzen würde, wenn er sie nach dem Sex irgendwann verlassen würde. Sie war nämlich schon von so vielen Männern ausgenutzt worden und er wollte nicht der Nächste sein.“ So blieb er ihr engster Vertrauter.

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Marilyn Monroe am Set von „Something’s Got to Give“, 1962 imago images/glasshouseimages

Nach dem Tod der Monroe war Sinatra überzeugt, dass man sie umgebracht hatte. Oppedisano: „Frank erfuhr von drei Quellen dieselbe Story: dass Marilyn durch das Barbiturat Nembutal in Zäpfchenform ermordet wurde und dass Bobby Kennedy oder die Mafia dahinter steckten.“

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Fünf Jahre vor Sinatras Tod hatte sich dieser mit seinen drei Töchtern im Haus der Ex-Ehefrau Nancy getroffen. Oppedisano begleitete ihn. Hinterher war Frank in einer depressiven Stimmung: „Er sagte zu mir ‚Ich hatte gerade einen kleinen Einblick darauf, wie mein Leben hätte sein können. Das wird mich die nächsten Monate nicht wieder loslassen, aber ich habe selbst Schuld daran.‘“