Oliver Pocher macht sich über Gil Ofarim und andere Opfer von Antisemitismus lustig - und findet das völlig okay. Imago/Kirchner-Media/FutureImage

Nein, Oliver Pocher ist niemand für den feinen oder scharfsinnigen Humor. Der Hannoveraner sucht sich meistens Menschen, die ohnehin schon am Boden liegen, oder immer wieder Diskriminierung erfahren und tritt meist nicht nur einmal ordentlich drauf. Sein nächstes Opfer: Gil Ofarim – und mit ihm alle Menschen, die in Deutschland jeden Tag von Antisemitismus betroffen sind.

Oliver Pochers nächste Geschmacklosigkeit trifft Gil Ofarim

Hintergrund für die nächste Geschmacklosigkeit von Oliver Pocher ist der Antisemitismus-Fall in einem Leipziger Hotel, den der Sänger Gil Ofarim vor einigen Wochen auf Instagram angeprangert hatte. In einem Video beschuldigt er unter anderem einen „Herrn W.“ ihn wegen seines Davidsterns um den Hals nicht bedient zu haben. Der Hotelmitarbeiter soll ihn sogar gesagt haben: „Pack deinen Stern ein.“ Die Polizei soll allerdings an Gil Ofarims Darstellung zweifeln, auch weil auf Überwachungsbildern die Kette mit dem Davidstern nicht zu sehen ist. Ton hat die Aufnahme jedoch nicht.

Nach diesem Vorfall solidarisierte sich Oliver Pocher zunächst auf seine Weise mit Ofarim und zwar indem er einen geschmacklosen Witz auf Kosten aller Sachsen machte. Nach Veröffentlichung der Überwachungsbilder schwenkte er sofort um, beschuldigte Gil Ofarim direkt, alles nur für Aufmerksamkeit erfunden zu haben. 

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Oliver Pocher zieht Gil Ofarims Erfahrungen ins Lächerliche

Und: Oliver Pocher drehte ein Video, in dem er Gil Ofarim und seine Antisemitismus-Erfahrungen ins Lächerliche zieht. Er sitzt vor seiner Haustür und weist auf sein Marvel-Shirt hin, mit dem er nicht ins Haus kommt, macht sich darüber lustig, dass Ofarim eine Diskriminierung, die offenbar mindestens von ihm so wahrgenommen wurde, mit der Öffentlichkeit teilt.

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Gil Ofarim ist ein bekannter deutscher Musiker. Imago/Future Image

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Ofarim hat vielfach Erfahrungen mit Antisemitismus. Bereits vor Jahren prangerte er in einer Talkshow die Wegschau-Mentalität in Deutschland an, wenn es um Antisemitismus gehe. „Wir kultivieren in Deutschland eine Tradition des Wegsehens“, sagte er, nachdem er von den Diskriminierungen berichtete, die er unter anderem in der Schule erfahren hatte. Ihm seien Hakenkreuze auf die Schulbank gemalt, oder Hundekot in den Briefkasten gesteckt worden.  Einmal habe ein Mitschüler ihm sogar gesagt: „Ey, weißt du, dass Dachau nicht weit weg von hier ist?“ Diese Anspielung auf das KZ verfolgt Gil Ofarim noch heute.

Oliver Pocher spricht Juden ihre Diskriminierungserfahrung ab

Ofarim ist nicht der einzige deutsche Jude, der immer wieder solche Erfahrungen macht. Und Oliver Pocher spricht ihnen mit seinem respektlosen Video das Recht ab, antisemitische Diskriminierung anzuprangern. Das wird ihm auch mehrfach unter seinem Video vorgeworfen. 

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Oliver Pocher nutzt seinen Podcast mal wieder, um sich zu rechtfertigen. Imago/Future Image

Oliver Pocher rechtfertigt sich in seinem Podcast

Pocher reagierte darauf in seinem Podcast in Richtung der Kritiker: „Ich kann das alles machen, ich kann im Comedybereich machen, was ich will. Ich kann mich lustig machen, über wen ich will.“ Also auch Opfer antisemitischer Übergriffe.

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Warum sich Pocher, wenn ihm denn die ganze Palette offen steht, dann wie ein Schulhofschläger meist nur die Menschen aussucht, die sich nicht wehren können und in ihrem Leben genug mit Diskriminierungen und anderen Widrigkeiten zu tun haben, wird sein Geheimnis bleiben. Vielleicht, wenn man es gut mit ihm meint, kann er es sich selbst nicht erklären.