Der Cast der ersten Princess Charming-Staffel.
Der Cast der ersten Princess Charming-Staffel. TVNow

Die lesbische Dating-Show „Princess Charming“ ist 2021 mit großen Erwartungen gestartet und schien diese mit Leichtigkeit zu übertreffen. Die erste Staffel wirkte fast wie eine Lehrveranstaltung über sexuelle Diversität und Selbstbestimmung, ohne dabei aber langweilig zu sein. Zudem schien man nicht auf Krawall zu setzen, schickte zwei Kandidatinnen nach Ausrastern direkt nach Hause, schlachtete den Zoff aber nicht aus. Es wirkte, als würde man bei der Produktion viel richtig machen, doch dann kam der Herbst 2022 und das Bild geriet heftig ins Wanken.

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Skandale bei „Prince -“ und „Princess Charming“

Angeknackst war die „Charming“-Familie bereits einige Wochen zuvor durch das Format „Prince Charming“. Die Macher wurden für ihre Wahl des Berliners Fabian Fuchs als „Prince Charming“ kritisiert. Er sei zu sehr Schwiegermutters Liebling und würde die Community nicht angemessen repräsentieren. Zudem habe er sich bei der Dating-App Grindr rassistische und fatphobe Angaben gemacht, lautete ein Vorwurf in den sozialen Netzwerken. So sei auch die fehlende Diversität unter den Kandidaten zu erklären.

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In diese Stimmung hinein platzte dann der große Skandal: Jo, die in der ersten, preisgekrönten Staffel von „Princess Charming“ um das Herz von Irina Schlauch buhlte, berichtete von einem sexuellen Übergriff bei den Dreharbeiten. Die Täterin: ausgerechnet Wiki Riot, die im Nachgang der Staffel ihre Reichweite nutzte, um auf Instagram und in einem Podcast Bildungsarbeit in Sachen Sexismus, Homophobie, Transfeindlichkeit, aber auch in Sachsen Consent – also also der Einvernehmlichkeit sexueller Handlungen – zu leisten. 

Während Wiki Riot sich zunächst in einem Statement schuldig bekannte, wählte die Produktion von „Princess Charming“ einen anderen Weg. Auf Instagram kommunizierte man, dass man Juristinnen und Juristen eingeschaltet habe, aber nach Sichtung des Rohmaterials zu der Auffassung komme, dass „eine strafbare sexuelle Nötigung bzw. eine sexuelle Belästigung nicht belegbar“ sei. Zudem erklärte die Produktion, dann man bedauere, dass Jo die Situation anders empfunden habe und, dass „wir unsere Kandidat:innen vor nachweislich falschen Darstellungen in der Öffentlichkeit schützen“ wolle. 

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„Princess Charming“: Viel Kritik für Statement

Für dieses Statement setzte es viel Kritik. Der Produktion wurde vorgeworfen, die Opferperspektive zu missachten, auch der Vorwurf des Gaslighting wurde immer wieder formuliert. Gaslighting ist eine Form der psychischen Gewalt, mit der Opfer gezielt manipuliert und in ihrem Realitätsbewusstsein zutiefst verunsichert werden. Jo selbst sprach angesichts des Statements von „Verharmlosung und Lüge“. 

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Kurz vor Weihnachten gab es ein weiteres Kapitel in der Geschichte. Der Spiegel berichtete, er habe ebenfalls Rohmaterial sichten können. Rohmaterial, dass auch Wiki und Jo sehen durften und das zumindest für Wiki die Sache änderte. „Mittlerweile denke ich: Es war kein Übergriff“, sagt Wiki dem Spiegel. „Dass für Jo etwas ungut war, war für mich weder verbal noch nonverbal wahrnehmbar und deshalb war es für mich keine übergriffige Situation.“ Jo hingegen erklärte auf Instagram, bei dem Video handele es sich mitnichten um Rohmaterial, sondern um ein geschnittenes Video. 

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Übrig blieb ein Trümmerhaufen. Das einst gefeierte Format hatte sich unglaubwürdig gemacht, musste sich den Vorwurf gefallen lassen, Opfer sexualisierter Gewalt weder zu schützen noch ernst zu nehmen. Auch weil eine weitere Kandidatin der ersten Staffel gegen eine andere Mitstreiterin Vorwürfe erhoben hatte, die allerdings nicht annähernd die Wellen schlugen, wie die Geschichte, die Jo mit der Öffentlichkeit teilte.

Viele Fans gingen daher von einem Ende von „Princess Charming“ aus, auch weil die zweite Staffel nicht annähernd an die Erfolge der ersten anknüpfen konnte. Doch es kommt anders. Am Freitag fand sich in der Instagram-Story der Charming-Formate ein Casting-Aufruf der zuständigen Produktionsfirma Seapoint, in dem Kandidatinnen für die dritte „Princess Charming“-Staffel gesucht wurden. 

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Zudem wurde das neue Format „Charming Boys“ angekündigt; allem Anschein nach eine schwule Dating-Show ohne Prinzen, die eher wie „Love Island“ oder „Bachelor in Paradise“ angelegt sein dürfte. Wie die Casting-Aufrufe und Formate angenommen werden, dürfte mit Spannung erwartet werden. Die „Charming“-Formate haben viel Vertrauen verspielt.