Der Golf-Superstar Tiger Woods hatte Ende Februar einen schweren Autounfall. Foto: AP Photo/Ryan Kang, Imago/ZUMA Wire

„Ich werde mich weiter auf meine Heilung und meine Familie konzentrieren.“ In seinem Statement auf Twitter ging Tiger Woods nicht auf die Ursache seines Horrorunfalls ein. Dieser war allein seine Schuld, wie die Polizei von Los Angeles kurz vorher bekannt gegeben hatte. Denn der Golf-Star war mit fast doppelt so hoher Geschwindigkeit wie erlaubt unterwegs gewesen und hatte in einer Kurve „in Panik“ das Gaspedal mit der Bremse verwechselt.

Auswertungen des Fahrtenschreibers von Woods SUV hatten ergeben, dass er mit rund 140 km/h durch den bergigen Vorort Rancho Palos Verdes gerast war. Dort herrscht eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 72 km/h. Am Ende einer steilen Abfahrt verlor Woods die Kontrolle über seinen Wagen und überschlug sich mehrmals. Dabei erlitt der 45-Jährige schwere Brüche an den Beinen und Knöcheln und musste im Krankenhaus notoperiert werden. Woods, der sich in seiner Wahlheimat Florida von seinen Verletzungen erholt, dankte in seinem Tweet den guten Samaritern, die den 911-Notruf gewählt hatten. Und auch den Rettungssanitätern, von denen er aus dem Wrack befreit und in die Notaufnahme transportiert wurde. Auch Freunde, Fans und Familie bedachte er: „Ich danke allen für die überwältigende Unterstützung und Aufmunterung, die ich während dieser schwierigen Zeit erhalten habe.“

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Bei der Pressekonferenz verkündete Polizeichef Alex Villanueva: „Es gab keine Anhaltspunkte, dass es weitere Faktoren für den Unfall außer überhöhte Geschwindigkeit gab. Woods hat, als er in die Kurve fuhr, in seiner Panik versehentlich das Gastpedal gedrückt anstatt die Bremse.“ Er wies energisch Vorwürfe zurück, dass Woods einen Promibonus bei den Ermittlungen hatte. Fakt ist aber: Weder wurde das Blut des Golfers auf Alkohol, Drogen oder Medikamente getestet, noch wurde sein Handy sichergestellt (um zu überprüfen, ob er es zum Unfallzeitpunkt genutzt hatte). Dazu wäre ein richterlicher Beschluss nötig gewesen, den man laut Polizei „mangels Anhaltspunkten“ nicht bekommen hätte.

Woods droht nicht einmal ein Strafmandat wegen Geschwindigkeitsübertretung. Denn die Daten aus der „Black Box“ des 2021 Genesis GV80 SUVs sind als juristischer Beweis nicht zulässig. Villanueva: „Ein Polizeibeamter hätte Zeuge sein müssen, dass Woods zu schnell gefahren ist. Sonst würde jedes Gericht das Strafmandat sofort kassieren.“