Schauspieler Erdogan Atalay schämt sich nicht für seine Tränen.
Schauspieler Erdogan Atalay schämt sich nicht für seine Tränen. Imago Images//Panama Pictures

Vor einem guten Jahr verlor Erdogan Atalay seinen geliebten Vater Teoman. „Er fehlt mir jeden Tag“, sagt der Star der RTL-Serie „Cobra 11“ zum Promi-Magazin Bunte. „Mein Vater war sehr belesen und oft Zaungast der Weltgeschichte, hat Helmut Schmidt und Winston Churchill getroffen. Er hätte mir in den vergangenen Monaten unglaublich viel erklären können, das fehlt mir. Ich denke jeden Tag an ihn.“

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Erdogan Atalay mit seinem Vater Teoman im Jahr 2016
Erdogan Atalay mit seinem Vater Teoman im Jahr 2016 Imago Images/Sven Simon

In einem emotionalen Eintrag bei Instagram hatte er im November 2021 Abschied von seinem „Papa“ genommen: „Du hast immer gekämpft wie ein Löwe“, schrieb Atalay dort. Er wünsche ihm nun in „tiefer Liebe“ eine gute Reise. Aber: Irgendwann werde man sich wieder in die Arme nehmen und zusammen Schach spielen – „wobei ich hoffentlich auch mal gewinnen werde“. 

Erdogan Atalay trauert um seinen Vater

Teoman Atalay starb völlig überraschend mit 86 Jahren. „Er ist erstickt“, so Atalay. „Er hat sich dumm verschluckt und das hat solche Ausmaße angenommen, dass sein ganzer Körper zusammengebrochen ist. Es ging alles sehr schnell.“ Erdogan Atalay sei direkt nach Salzburg geflogen, wollte seinen Vater im Krankenhaus besuchen. Doch er habe es nicht mehr rechtzeitig geschafft.

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In seiner Trauer ist der Schauspieler aber nicht allein. Aufgefangen haben ihn „meine Familie und meine Frau Katja“, so Atalay zu Bunte. „Kurz zuvor war ihr Vater gestorben. Wir waren uns wahnsinnig nahe, haben zusammen geweint. Ich schäme mich meiner Tränen nicht, auch das kann einen starken Mann ausmachen.“

Erdogan Atalay und seine Frau Katja Ohneck.
Erdogan Atalay und seine Frau Katja Ohneck. dpa

Erdogan Atalays Berufsleben hätte deutlich weniger laut verlaufen können. Es wäre nicht voller umherfliegender Autos, irrwitziger Explosionen und verrückter Stunts gewesen – aber Erdogan Atalay bekam die Rolle als türkischer Gemüsehändler in der ARD-Soap „Marienhof“ nicht. Dafür meldeten sich die Caster, als es plötzlich eine ganz neue Serie bei RTL zu besetzen galt: „Alarm für Cobra 11“. Seitdem ist Erdogan Atalay der Autobahn-Cop Semir Gerkhan.

Atalay gehört damit zu den dienstältesten TV-Kommissaren, die die deutsche Fernseh-Geschichte hervorgebracht hat, auch wenn das manchen nicht bewusst sein mag. Den Semir spielt er seit 1996. Dass es mal seine Paraderolle sein würde, war kaum zu ahnen. „Am Anfang wusste niemand so wirklich, was es mit dieser „Cobra“ auf sich hat. Wir mussten uns alle reinfinden. Anfangs wurde über uns auch hergezogen wie nix“, berichtete er. „Das hat uns aber nicht gestört, weil wir gesagt haben: Ihr könnt ja umschalten!“

Semir (Erdogan Atalay, l.) und Paul (Daniel Roesner) verfolgen einen Verdächtigen bei „Alarm für Cobra 11“
Semir (Erdogan Atalay, l.) und Paul (Daniel Roesner) verfolgen einen Verdächtigen bei „Alarm für Cobra 11“ TVNOW / Guido Engels

Wenn er von seinem Werdegang erzählt, wirkt er manchmal selbst ein wenig amüsiert. Er wird in Hannover geboren, der Vater stammt aus der Türkei und drehte in jungen Jahren selbst Filme. Der Sohn schafft es früh zu einem winzigen Engagement am Theater: In Hannover bewegt er bei „Aladin“ eine Geist-Puppe, das bringt 25 Mark pro Vorstellung.

Danach folgen ein Schauspielstudium, kleinere und größere Theaterrollen, unter anderem in Hamburg – und schließlich der Umweg über das Gemüsehändler-Casting zur Autobahn-Serie.