Bill Cosby zieht es mit 85 Jahren wieder zurück auf der Bühne.
Bill Cosby zieht es mit 85 Jahren wieder zurück auf der Bühne. Ricky Fitchett/ZUMA Wire/dpa

Dieser Mann scheint keine Reue zu kennen. Mehr als 60 Frauen werfen Bill Cosby vor, sie unter Medikamenteneinfluss gesetzt und sich dann an ihnen sexuell vergangen zu haben. Der 85-Jährige hatte in Pennsylvania wegen Vergewaltigung bereits drei Jahre hinter Gitter gesessen – ehe das Berufungsgericht seine Verurteilung wegen eines gerichtstechnischen Fehlers aufhob. Der TV-Komiker fühlt sich damit rehabilitiert und kündigte ernsthaft jetzt in einem Radiointerview mit „WGH Talk“ sein Standup-Comedy-Comeback an: „Ich fühle, dass ich wieder bereit bin, aufzutreten. Und dass ich der Bill Cosby sein werde, wie ihn die Zuschauer kennen.“

Cosby plant bereits eine Tournee: „Das hat mir immer sehr viel Spaß gemacht und wird mir noch mehr Spaß bringen! Sobald sich die Sachen erledigt haben, geht’s los!“ Mit „die Sachen“ sind die Zivilklagen von fünf Frauen gemeint, die ihn im Bundesstaat New York wegen Vergewaltigung auf Schadensersatz belangen wollen.

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Ursprünglich waren alle Fälle verjährt. Doch dank eines neuen Gesetzes – dem Adult Survivors Act – wurde die Verjährungsfrist für Opfer von sexueller Gewalt für 12 Monate im letzten Jahr aufgehoben. Drei der Klägerinnen hatten als junge Schauspielerinnen Gastrollen in der „The Cosby Show“ gehabt. Sie verklagen ebenfalls den Sender NBC, weil dieser „von Bill Cosbys sexuellen Missbrauch gegen unzählige Frauen wusste und nichts unternommen hat“.

Im letzten Juni hatte Cosby bereits eine Zivilklage in Los Angeles verloren und muss Judy Huth 500 000 Dollar Entschädigung zahlen. Die Jury sah es als erwiesen an, dass er die damals 16-Jährige 1975 bei einer Party in der Playboy Villa sexuell missbraucht  hatte. Laut Cosby sind alle Zivilklagen gegen ihn „an den Haaren herbeigezogen“ und den Frauen ginge es „allein um Geld“.