Willi Herren bei der Eröffnung seiner Reibekuchen-Bude, kurz vor seinem Tod. Foto: dpa/Henning Kaiser

Für viele Fans von Willi Herren war der Tod des beliebten Ballermann-Sängers ein Schock – doch das Leid, das die Ereignisse in seiner Familie auslösen, können Außenstehende nur schwer nachvollziehen. In einem Interview mit RTL äußerten sich jetzt erstmals Willi Herrens Sohn Stefano und Anna-Maria, die Schwester des Schauspielers. Ihre Aussagen geben tiefe Einblicke in die Trauer einer Familie.

In einem Interview mit dem Privatsender erzählte Stefano (27) jetzt, dass er derjenige war, der die Polizei alarmierte. Denn: Er wollte seinen Vater besuchen, doch keiner öffnete. Sein Vater habe sich vorher einen ganzen Tag nicht gemeldet, deshalb fuhr er zu ihm. „Ich bin zu ihm hochgefahren, habe an die Tür geklopft. Ich habe gebrüllt. Ich habe gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt. Mein Vater macht mir immer die Tür auf, egal was. Und dann habe ich Angst bekommen.“

Willi Herrens Sohn fällt es schwer, über den Tod seines Vaters zu sprechen

Er rief die Polizei, die Feuerwehr. „Und dann haben sie die Tür aufgebrochen.“ Stefano fällt es schwer, davon zu erzählen. Immer wieder muss er im Interview Pausen mit dem TV-Sender Pausen machen. Auch über die Drogen- und Alkoholsucht seines Vaters macht er zum Thema – das, was er erlebte, sieht er heute als Warnung. „Ich trinke nichts, ich habe einen Ekel davor bekommen, weil ich gesehen habe, was das mit einem Menschen machen kann.“

Auch Stefano Herren kam zur Eröffnung von Willi Herrens „Rievkooche Bud“. Foto: Imago/Future Image

Der Streit um Willi Herrens Beerdigung (KURIER berichtete) setzt den beiden zu. Sie wünschen sich nur eines: „Frieden, damit der Willi endlich seine Ruhe bekommt“, sagt Anna-Maria (57), seine Schwester. Sie habe den Verlust noch nicht verarbeitet. „Willi war für mich alles. Er war mein Bruder, er war mein bester Freund. Wir waren tagtäglich zusammen. Und wenn wir uns mal nicht gesehen haben, haben wir telefoniert.“ Besonders schwer für sie: Von seinem Tod erfuhr sie, als ein Reporter anrief. Sie habe eigentlich gedacht, Willi sei am Telefon. „Aber dann wurde ich gefragt, ob es stimmt, dass mein Bruder tot ist.“

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Bleibt nur zu hoffen, dass bald Ruhe einkehrt – und dass die Erinnerungen an Willi Herren erhalten bleiben. Einen Teil dazu will auch Desiree Hansen beitragen, eine Geschäftspartnerin von Herren. Gemeinsam mit ihr eröffnete er erst vor Wochen einen Reibekuchen-Foodtruck (KURIER berichtete). Kurz nach seinem Tod brannte das Essens-Mobil aus – doch nun will Hansen den Truck wieder aufbauen. „Das machte ich für die Fans. Damit ihr alle die Möglichkeit habt, da irgendwann mal hinzukommen. Ein Teil werdet mit dem Foodtruck. Und wir zusammen das aufbauen können, damit Willi darin weiterleben kann.“