In der ersten Folge von „Das Supertalent“ nach dem Aus von Dieter Bohlen standen auch Nikola Kurova und die Stepptanz-Gruppe „Power of Fire“ auf der Bühne. Foto: TVNOW/Stefan Gregorowius, imago

Auf diesen Abend haben Fans von „Das Supertalent“ sehnsüchtig gewartet: Nach dem Rauswurf von Pop-Titan Dieter Bohlen aus der Jury der beliebten Castingshow und dem darauffolgenden Jury-Chaos strahlte RTL nun die erste Folge der Neuauflage aus. Und: Es ist alles anders als bisher! Nicht nur die Entscheider sind nun andere, auch Moderatoren und Machart haben sich gewandelt. Der KURIER hat zugeschaut – und zieht Bilanz.

Bohlen weg, Podolski krank: Im Vorfeld gab es beim Supertalent Jury-Chaos

Im Vorfeld der ersten Episode hatte es zahlreiche Spekulationen und Berichte gegeben. Zunächst zum Jury-Chaos! Fußball-Star Lukas Podolski sollte in der Jury sitzen, infizierte sich dann aber mit Corona. Stattdessen wurden andere Stars und Sternchen verpflichtet – am Sonnabend sahen die Zuschauer „Let’s Dance“-Star Motsi Mabuse, Entertainer Riccardo Simonetti, Modemacher Michael Michalsky und Andreas und Chris Ehrlich, die „Ehrlich Brothers“.

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Auch die Moderatoren wurden ausgetauscht: Nicht mehr Daniel Hartwich führt nun durch die bunte Varieté-Show, sondern Komiker Chris Tall und TV-Star Lola Weippert. Zudem hat RTL an den Regeln gefeilt: Rund zehn Talente waren in der aktuellen Folge zu sehen – und die, die mindestens dreimal ein „Ja“ von den Jury-Mitgliedern kassierten, kamen in die engere Auswahl.

Am Ende zogen sich die Juroren zur Beratung zurück, wählten aus den Performances der Show die „Weiterkommer“ für das Halbfinale aus. Heißt: Am Ende jeder eigentlich normalen Casting-Folge steht eine spannende Entscheidung an.

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Zauberer Jannick Holste beeindruckte die „Supertalent“-Jury, holte sich sogar von den Ehrlich Brothers eine gute Kritik ab. Foto: TVNOW/Stefan Gregorowius

Aber: Kann „Das Supertalent“ auch ohne Dieter Bohlen funktionieren? Die Auftakt-Show zeigte auf beeindruckende Weise: Ja! Das totgeglaubte Format scheint tatsächlich noch einmal zum Leben zu erwachen. Denn: Sowohl Moderatoren als auch Jury leisten einen guten Job.

„Das Supertalent“: Chris Tall und Lola Weippert moderieren souverän

Chris Tall und Lola Weippert führen souverän und kumpelhaft durch den Abend – der Komiker noch dazu mit seiner Eigenschaft, charmant über andere herzuziehen. Als die „Ehrlich Brothers“ etwa berichten, dass sie nach der Corona-Zeit jetzt wieder Shows mit 50 Prozent Auslastung spielen können, kommentiert Tall: „Also alles wie immer bei euch.“

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Auch die Jury selbst ist überraschend frisch – auch wenn natürlich jeder seine kleinen Macken hat. Die „Ehrlich Brothers“ wollen als Entertainer rüberkommen, Motsi Mabuse ist recht oft recht laut, Michael Michalsky schlüpft als strenger Bewerter in Bohlens Fußstapfen. Überraschung des Abends ist Riccardo Simonetti, der professionell und mit viel Charme seine Kritik äußert – und damit zum heimliche Boss am Jury-Pult wird.

Einrad-Akrobat Wesley Williams zeigte auf der Bühne bei „Das Supertalent“ seine besonderen Kunststücke. Foto: TVNOW/Stefan Gregorowius

Spannend auch: Die Machart wandelt sich. Denn dieses Mal scheinen, noch mehr als bisher, die Talente im Vordergrund zu stehen. Die Juroren werden fast zu Randfiguren, während sich alles – so, wie es eigentlich auch sein sollte – auf die Künstler konzentriert. Die Show entfernt sich davon, einzelne Stars zu Kult-Figuren zu machen, so wie es in der Ära Bohlen war.

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Auch versucht „Das Supertalent“ nun offenbar, an den Erfolg der amerikanischen Vorbild-Show „America’s Got Talent“ anzuknüpfen. Kein Quatsch mehr, sondern eine bunte Mischung verschiedener Künste. Zauberei, Artistik, Gesang, sogar Bodypainting ist vertreten. Dazu: Schnitte auf weinende Familienmitglieder, emotionale Musik, Zeitlupen im Konfettiregen, wenn jemand den goldenen Buzzer drückt, damit den Kandidaten oder die Kandidatin automatisch ins Finale schickt.

Miese Performances scheint es beim „Supertalent“ nicht mehr zu geben

Und: Miese Performances gibt es nicht. Selbst die, die leider ein „Nein“ von der Jury bekommen, sind eigentlich nicht wirklich schlecht. Und: Mit ihnen wird respektvoll umgegangen, auch wenn sie gehen müssen und ihre Show nicht jedem gefiel.

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Kurzum: Der Bohlen-Rauswurf ist das Aus für „Das Supertalent“? RTL beweist gerade, dass es auch anders geht. Und macht die Talente-Show zur Familiensendung, die es verdient hat, noch einmal völlig neu Beachtung zu bekommen. Man darf gespannt sein, wie sich die Quoten entwickeln: Am Sonnabend sahen in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen 0,87 Millionen zu, ein Marktanteil von 14,6 Prozent.