„Let’s Dance“-Jurorin Motsi Mabuse. imago/Future-Image

Es vergeht kein Tag in Deutschland ohne rassistische Übergriffe. Doch nur in den extremsten Fällen erlangen sie überregionale Bekanntheit. So wie jüngst ein Fall aus dem thüringischen Erfurt. Dort hat ein 39-jähriger Mann einen 17 Jahre alten Syrer in einer Tram bedroht, bespuckt und brutal angegriffen. Von der grausamen Tag kursierte ein Video im Netz, der zunächst flüchtige Täter konnte festgenommen werden. Für die „Let’s Dance“-Jurorin Motsi Mabuse ein krasser Fall, der auch sie schockierte.

Auf Twitter schrieb die TV-Persönlichkeit, die selbst immer wieder rassistischen Anfeindungen ausgesetzt ist: „Ich wäre so dankbar, wenn 50 Schauspieler ein Video zu diesem Thema machen würden, vielleicht könnten wir genauso viele Reaktionen von der Regierung bekommen und darüber sprechen, wie sehr Rassismus das Leben der Menschen in Deutschland beeinflusst.“ Damit spielte Motsi Mabuse freilich auf eine angeblich satirisch gemeinte Kunstaktion bekannter Schauspieler zur Corona-Politik an, die vor allem aus dem rechtsradikalen Lager bejubelt wurde.

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Auf Instagram ging die 40-Jährige dann noch weiter in die Tiefe, forderte, dass das Thema Rassismus endlich eine wichtigere Rolle in Deutschland spielen müsse. „Diese Bilder sind nicht schön, diese Videos machen uns müde, erschöpft! Deutschland, du hast ein echtes Problem! Während Deutschland versucht, nach außen gut auszusehen, aber die vielen Stimmen des Schmerzes ignoriert! Das ist Realität für viele Menschen!“, schrieb sie und verwies auf immer wieder auftauchende rechtsextreme Chatgruppen unter Polizisten, was die Gefahr für alle rassifizierten Menschen noch einmal vergrößert.

Zudem stellte Motsi Mabuse die Frage: „Wie sollen unsere Kinder in einem Land wie diesem leben?!“ Oft werde sie gefragt, ob sie nicht nach Großbritannien ziehen wolle. „Was denkst du, nachdem du dieses Video gesehen hast?“, schrieb sie. Für sie als Mutter sei es schlimm, dass ihr Kind wohl keine traumafreie Kindheit in Deutschland verleben könne. „Ich kann mich und meine Hautfarbe nicht von ihr befreien, damit sie ein besseres Leben hat, ein privilegiertes Leben! Alles, was die Menschen wollen, ist, ihr Leben zu leben! Es ist nicht genug, wenn nur die schwarze Community spricht! Es ist nicht genug!“, schrieb die „Let’s Dance“-Jurorin und forderte die Politik auf, etwas zu tun. 

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Motsi Mabuse äußerte sich bereits in der Vergangenheit mehrfach zum Thema Rassismus. Als die WDR-Talksendung „Die letzte Instanz“ rassistische Stammtischparolen reproduzierte, nahm sie eine bewegende Videobotschaft auf. Darin sagte sie: „Ich habe Rassismus erlebt, ich erlebe jeden Tag Rassismus. Gestern war es, glaube ich, das erste Mal, dass ich in Deutschland eine Sendung gemacht habe und danach keine ekelhaften rassistischen Texte bekam. Ich mache das jetzt mittlerweile seit 13 Jahren.“

Auch da prangerte sie an: „Wir brauchen Menschen, die uns unterstützen, wir müssen lauter werden. Die Veränderungen müssen von oben kommen, von der Bildung, von der Regierung.“ Doch passiert ist seither herzlich wenig.