Moritz Bleibtreu ist der Sohn der Schauspieler Monica Bleibtreu und Hans Brenner. Foto: Imago 

Moritz Bleibtreu (49) würde gern mal – wenn er könnte – in den Körper einer Frau schlüpfen. Das sagte der Schauspieler („Lola rennt“) und Regisseur dem Magazin „Playboy“ (November). „Wenn ich könnte, würde ich auch sofort schwanger werden. Das ist eine der wenigen Sachen, um die ich Frauen beneide. Ich würde wissen wollen, wie sich das anfühlt.“

Weiter sagte Bleibtreu, in dessen neuem Film „Cortex“ (Kinostart 22. Oktober) es um Körpertausch/Bodyswitch geht: „Ich glaube, dass es eine der größten Fantasien vieler Menschen ist, sich in die Haut von jemand anderem zu flüchten. Zu sagen, boah, wär das geil, wenn ich (der Rapper) Haftbefehl wäre – aber da sitzt eben so ein spießiger Typ aus Blankenese mit einem Polohemd in Hellblau.“

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Außerdem fällt es dem Schauspieler nach eigenen Worten leicht, Entschuldigung zu sagen. „Es gibt kaum einen Tag, an dem ich nicht sage: Shit, da habe ich nicht genug Zeit gehabt oder da habe ich etwas Dummes gesagt.“ Er habe schnell Schuldgefühle, „und ich bin vor allem gut darin, mich zu entschuldigen“.

Diese Offenheit führt er auf den Erziehungsstil seiner Mutter, der Schauspielerin Monica Bleibtreu (1944–2009), zurück: „Ich wusste, wenn ich Mist gebaut habe, kann ich zu ihr gehen und sagen, ich hab Mist gebaut. Und kriege nicht auf den Kopp dafür.“ In dem Interview berichtet Bleibtreu davon, wie er als 13-Jähriger in Hamburg einmal festgenommen wurde. „Wir haben Bier geklaut – aus einem Gemüseladen.“ Dummerweise sei man nach dem Austrinken „noch mal zurückgekommen“.

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Bleibtreu hat als Kind im Hamburger Stadtteil St. Georg vor allem mit türkischen Nachbarn gespielt. „Ich hab mich da einfach mehr zu Hause gefühlt als in dem klassischen deutschen Umfeld“, sagte Bleibtreu im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Es habe aber nie die Gefahr bestanden, ins kriminelle Milieu abzurutschen. „Scheiße gebaut habe ich, aber nie so, dass man sich wirklich hätte Sorgen machen müssen.“ Er habe immer gewusst, dass er Schauspieler werden wollte – das habe ihn bewahrt.

Sein eigener Sohn wachse heute „sehr behütet“ auf, sagte Bleibtreu weiter. „Wenn ich ihm Begriffe wie Stolz oder Ehre, so wie man sie in der Unterschicht versteht, erklären müsste, dann wüsste ich gar nicht, wie ich das anstellen sollte.“ Sein Sohn könne das gar nicht verstehen. „Weil er nicht weiß, wie diese Leute leben. Das ist auch gar nicht zu erklären. Das muss man verstanden haben, man muss das mal empfunden haben.“