Moderatorin Monica Lierhaus. Foto: picture alliance / Christian Charisius/dpa

Für Monica Lierhaus hat sich in der Corona-Zeit in ihrem Alltag nicht viel verändert. Nach ihrer Hirn-OP, die so tragisch verlaufen war, hatte sich die Hamburger Sportjournalistin in den vergangenen Jahren kaum noch in der Öffentlichkeit gezeigt. Da sie bewusst zurückgezogen lebe, habe ihr auch jetzt nichts gefehlt, sagt sie. Über die Lockerungen freut sie sich dennoch: „Meine Freude gilt jetzt dem lange geplanten Kurzurlaub, der nun tatsächlich zu meinem Geburtstag stattfinden kann.“ Montag, am 25. Mai, wird Monica Lierhaus 50 Jahre alt.

Vor zwölf Jahren lief es für Lierhaus beruflich richtig gut. Sie berichtete als Sportreporterin für die ARD, war eines der Gesichter der „Sportschau“ , moderierte auch TV-Shows. Lierhaus gilt als Vertraute des Fußball-Bundestrainers Joachim Löw, sie begleitete die Nationalmannschaft. Dann wurde es Anfang 2009 plötzlich ruhig um sie. Grund war eine geplante Gehirn-Operation. Sie wollte ein Aneurysma, eine krankhafte Erweiterung einer Schlagader, entfernen lassen. „Die Ärzte rieten mir dazu. Sie hatten mir gesagt, dass ich sonst eines Tages tot umfallen könnte“, sagte Lierhaus kürzlich der „Bunte“. „Es war einfach Pech, dass ich bei dieser Operation eine Art Kurzschluss im Hirn hatte. Wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt, hätte ich das Aneurysma wohl nicht entfernen lassen.“

Lierhaus lag mehrere Monate im künstlichen Koma

Lierhaus lag nach der OP mehrere Monate im künstlichen Koma, kämpfte sich später eisern ins Leben zurück. Essen, laufen, sprechen – all diese Dinge musste sie neu lernen. Ihren Job als Sportmoderatorin gab sie zwei Jahre später auf. Kurz nachdem sie bei der Goldenen Kamera- Gala ihren ersten öffentlichen Auftritt seit der OP hatte. Dort bekam sie einen Ehrenpreis.

Auch heute noch spürt Lierhaus die Folgen der Operation. „Ich nehme jeden Tag wie er kommt. Natürlich habe ich noch einige Einschränkungen im Alltag, aber es wird immer besser. Ich bemühe mich, damit gelassen umzugehen.“ Nach wie vor geht sie zwei Mal in der Woche zur Physiotherapie. In ihrem Alltag nehme die Operation von 2009 kaum Raum ein, sagt Lierhaus. „Ich rede nicht über das Thema.“ Die sportliche Rothaarige hat eine feste Wochen- und Tagesstruktur. Viermal am Tag geht sie mit ihrem Hund Pauline spazieren, mehrmals in der Woche auf ihrem Laufband laufen, zwei Tage in der Woche hat sie einen Bürotag und zudem zieht es sie regelmäßig zum Golfen.

Auch beruflich steht sie noch mit einem Bein im Sportjournalismus. „Nach wie vor mache ich Interviews für den Sender Sky Sport News, außerdem habe ich eine Vortragsreihe zum Thema Motivation entwickelt, die ich auf Anfrage bei Unternehmen oder Stiftungen vortrage.“ Die Reihe will sie zum Thema Umgang mit Krisen weiter ausbauen, „da ich verstärkt erfahre, wie sehr das anderen Betroffenen hilft“.

Lierhaus ist momentan Single

Gibt es etwas in diesem Leben, auf das sie besonders stolz ist? Ihre Antwort darauf ist deutlich: „Ich kann mit dem Begriff Stolz nichts anfangen, das konnte ich noch nie. Ich bin dankbar dafür, dass ich arbeiten darf“, sagt Lierhaus dazu. Trotzdem gibt es auch etwas, das sie vermisst: „Das Moderieren fehlt mir in der Tat, aber vor der Kamera bin ich ja nach wie vor.“

Im Moment ist Lierhaus Single, wie sie der „Bunten“ weiter sagte. Aber sie sei nicht einsam. Sie habe einen guten Freundeskreis. Auch ihre Familie gehöre ausnahmslos zu ihrem Leben, ergänzt sie im dpa-Interview. Ihr 50. Geburtstag sei für sie ein Tag wie jeder andere auch. „Die Zeiten, in denen ich meinen Geburtstag gefeiert habe, sind lange vorbei.“ Sie werde vermutlich mit ihrer Familie essen gehen. Und eben einen kleinen Kurzurlaub einlegen. Ihr Geburtstagswunsch bezieht sich deshalb auch genau darauf: „Ich wünsche mir Ruhe und einen entspannten Urlaub mit etwas Sonne.“