Model Alena Gerber bei der Mahnwache gegen illegalen Welpenhandel.
Foto: Volkmar Otto

Am Dienstagabend zündeten Tierschützer vor dem Brandenburger Tor 200 Grabkerzen an und stellten Holzkreuze auf. Der Grund: Sie wollten damit an die vielen Hundewelpen erinnern, die alljährlich illegalen Welpenhändlern zum Opfer fallen. Für das Anliegen gab es sogar prominente Unterstützung: Model Alena Gerber berichtete vor Ort, sie sei selbst schon auf einen der Händler reingefallen. Dem KURIER erzählte sie die dramatische Geschichte.

Als sie gerade 19 Jahre alt war, sei sie im Englischen Garten in München unterwegs gewesen, dem größten Park der Stadt. „Dort fiel mir ein Mann auf, der eine Tasche trug, aus der ein kleiner Hund herausschaute“, sagt sie. „Mir fiel gleich auf, dass der Welpe erst wenige Wochen alt war.“ Also sprach sie den Mann an. Der erklärte: Er habe den Welpen zusammen mit mehreren anderen aus Rumänien geholt. „Die anderen hatte er schon verkauft. Er sagte: Wenn ich den hier nicht los werde, schmeiße ich ihn in die Isar.“

Für 450 Euro kaufte Alena Gerber dem Händler das Tier ab

Gerber beschloss, dem Tier zu helfen, zückte die Geldbörse. „Ich hatte 450 Euro drin, das war für mich damals viel Geld. Als der Händler die Scheine sah, sagte er: Genauso viel kostet der Hund.“ Sie gab ihm das Geld. „Ich verstand zwar nicht, warum er so viel Geld haben wollte, wenn er den Hund sowieso in die Isar werfen wollte. Aber ich wollte das Tier einfach retten.“

Die Hundewelpen werden oft unter katastrophalen Umständen quer durch Europa gekarrt. Foto: Vier Pfoten

Sie nahm den Welpen mit nach Hause, kaufte Futter, Spielzeug, andere Ausrüstung. Doch dann ging es dem Hund plötzlich immer schlechter. „Er wurde schwächer, hatte Schaum vor dem Mund.“ Sie fuhr mit ihm in die Notaufnahme der Tierklinik, ließ ihn behandeln. „Der Arzt stellte fest, dass er noch nie richtige Nahrung bekommen hatte, sondern nur Mastfutter. Und er war vollgepumpt mit Aufputschmitteln.“ 1300 Euro kostete die Behandlung – alles umsonst. „Der Kleine starb in der darauffolgenden Nacht“, sagt sie.

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Das sei ein Schock gewesen. „Ich hatte ihn schon auf den Namen Cookie getauft. Das war für mich ganz furchtbar“, sagt sie. Mit der Geschichte will sie auch andere warnen, nicht ebenso auf dubiose Händler reinzufallen. „Die Nachfrage nach Welpen ist leider so hoch, dass solche Geschichten immer wieder passieren. Die Leute wollen nicht auf den Züchter warten, sondern schauen lieber auf Kleinanzeigenseiten im Internet. Deshalb möchte ich dabei helfen, auf das Thema aufmerksam zu machen.“