Joko und Klaas nutzten ihre Sendezeit am Mittwoch, um auf den Krieg in der Ukraine aufmerksam zu machen. ProSieben/Nadine Rupp

Sie sind bekannt für ihre witzigen Aktionen, für ihren TV-Klamauk – doch immer wieder schaffen es die Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf auch, ernste Themen auf die Mattscheibe zu bringen… und werden dafür bejubelt. Am Dienstag räumten die Pro.7-Stars nun wieder in der Show „Joko und Klaas gegen ProSieben“ ab, gewannen 15 Minuten Sendezeit zur freien Verfügung. Und widmeten sich am Mittwoch einem Thema, das momentan die ganze Welt bewegt: Es ging um den Krieg in der Ukraine.

Joko und Klaas Live: Dafür nutzten die TV-Stars ihre Sendezeit

„In der Vergangenheit haben wir in diesen 15 Minuten viel Schwachsinn gemacht – oder wir haben die gewonnene Aufmerksamkeit auf Themen gerichtet, die uns wichtig erschienen“, sagte Joko Winterscheidt zu Beginn der 15 Minuten. „Und die aus unserer Sicht die Aufmerksamkeit mehr verdient haben als der Quark, den wir uns sonst so ausdenken.“ Der Krieg in die Ukraine bestimme alle Schlagzeilen. „Der unbegreifliche Terror und das menschliche Leid bestimmen unsere Gedanken“, ergänzt Klaas Heufer-Umlauf.

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Man müsse denjenigen eine Bühne bieten, die tagtäglich das erleben, was wir nur aus den Nachrichten kennen. Und Bühne ist wörtlich gemeint: Die 15 Minuten drehen sich um die ukrainische Band Selo i Ludy, die momentan mit Freunden und Familien in einem Bunker unter Charkiw lebt, um sich vor den Bombardements zu schützen. Frontmann Alex spricht über die Belastung des Krieges, über die Auswirkungen für das Land. „Wir geben unser Bestes, um zu überleben. Wir geben unser Bestes, die Grenzen der zivilisierten Welt zu schützen.“

In der Show „Joko und Klaas gegen ProSieben“ treten Joko und Klaas in Spielen gegen ihren Arbeitgeber ProSieben an. Am Dienstag erspielten sie sich 15 Minuten Sendezeit. ProSieben/Ralf Wilschewski

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Und trotzdem spielen sie noch immer Konzerte, zeigen sie im Netz – und nun auch im deutschen Fernsehen. Drei Songs präsentieren die Bandmitglieder, ukrainische Interpretationen von „It’s My Life“ von Bon Jovi, dann „Du Hast“ von Rammstein und zum Schluss „Space Oddity“ von David Bowie. Spielen müssen sie mit Schlagzeug-Playback, da der Schlagzeuger mit seiner Familie aus dem Land fliehen musste – die Trommeln im Hintergrund bleiben leer.

Joko und Klaas Live: Die Band spielt Rammstein, David Bowie und Bon Jovi

Zwischendurch kommentiert Band-Frontmann Alex den Krieg. „Die Geschichte unseres Landes gleicht der von vielen anderen europäischen Ländern. Das gibt uns Hoffnung. Das ist etwas, was die zivilisatorische Welt gemeinsam hat.“ Man sei zwar getrennt durch Grenzen, Kulturen und Sprachen. „Aber wenn es ums Überleben geht, dann sind wir alle irgendwie gleich.“

Im Netz sorgten die 15 Minuten für starke Reaktionen, auf Twitter häuften sich emotionale Kommentare. „Quatsch ist das, warum wir sie kennen. Und das jetzt gerade ist das, warum wir sie so sehr mögen“, schrieb eine Nutzerin über Joko und Klaas. Ein anderer Nutzer schreibt: „Wie können Menschen eigentlich Joko und Klaas nicht mögen? Ja, manchmal machen sie Quatsch und verschlucken eine Kamera, aber dann machen sie wieder sowas, einfach klasse.“

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Viele feiern vor allem die Idee, anhand der Geschichte der Band auf die Situation aufmerksam zu machen. „Was in der Ukraine – in einem teilweise ähnlich fortschrittlichen Land wir Deutschland – passiert ist so schlimm, so menschenverachtend und so unbegreiflich unvorstellbar“, heißt es in einem Tweet. „Und dennoch geben die Menschen niemals auf. Ich bewundere ihre Stärke.“ Und eine Nutzerin schreibt: „Und dann nimmt es diese Wendung und es kommt Musik. Es gibt so viele Wege, auf die Situation aufmerksam zu machen und das ist mal wieder ein sehr guter Weg.“