Michael Wendler und Laura Müller, als sie noch im Showgeschäft waren. Foto: imago images/Chris Emil Janßen

Was ist das denn jetzt für eine Masche? Seitdem Michael Wendler lieber Verschwörungstheorien auf Telegram verbreitet, anstatt als Reality-Star über die Bildschirme der Republik zu flimmern, haben er und seine Laura alle Werbepartner verloren. Doch seit kurzem tauchen doch immer wieder Werbungen auf den Instagram-Kanälen der beiden auf und lassen Beobachter ratlos zurück.

So beschäftigt sich der Wendler, der jetzt offenbar auch Prepper ist, auf seinem Instagram-Kanal mit Notfall-Essensrationen für den Krisenfall. Als Prepper bezeichnet man Leute, die sich auf Ausnahmezustände vorbereiten, in denen die Infrastruktur durch oft ziemlich unrealistische Gründe zusammenbricht.

Die Prepping-Szene hat viele Verbindungen zu verschiedensten Verschwörungsideologien, die auf einen Endkampf hinauslaufen. Bedenkt man die Entwicklung des ehemaligen Schlagersängers und die Breite seiner Themenfelder, die von Wahlfälschungen in den USA bis hin zur Verharmlosung des Holocaust reichen, war es nur eine Frage der Zeit, bis der Wendler sich auch in diesem Feld versucht.

Als guter Prepper bewarb er also ein Pumpernickel-Brot und verweist dabei auf die Website des Kopp-Verlages, der dafür bekannt ist, verschwörungsideologische und rechtspopulistische Literatur zu verlegen. Bei dem Hersteller der Schwarzbrotes kam das aber gar nicht gut an. „Wir sind von den Veröffentlichungen völlig überrascht worden“, teilte die betroffene Firma Mestemacher in Gütersloh mit. Es gebe „keine Geschäftsbeziehung“ zu Michael Wendler.

Auch Laura Müller bewirbt jetzt Kopp-Produkte

Und Laura? Die macht munter mit und verwies ihrerseits auf Produkte aus dem Shop des Kopp-Verlages. Darunter waren Kurkuma- und Gerstengraskapseln, die der zwielichtige Verlag nicht nur vertreibt, sondern offenbar auch herstellt, ein Entsafter sowie wiederverwendbare Abschminkpads. Die Hersteller des Entsafters und der Abschminkpads distanzierten sich von Laura Müller und bekräftigten, dass sie nie mit ihr zusammengearbeitet und eine Zusammenarbeit auch nie angestrebt hatten.

Pandoo, der Hersteller der Abschminkpads, erklärte gegenüber dem KURIER zudem, dass Laura Müller zwar auf das Produkt der Firma, die nachhaltige Produkte vertreibt, im Shop des Kopp-Verlages verweist, aber diese gar nicht tatsächlich zeigt. Zudem habe man die Zusammenarbeit mit dem Verlag noch am Mittwoch beendet, nachdem man auf dessen Hintergründe aufmerksam gemacht worden sei, sagte eine Sprecherin des Unternehmens dem KURIER. Aktuell stehe man mit dem Verlag in Kontakt, um die Produkte zurückzurufen. Zuvor habe man versäumt, den Kopp-Verlag angemessen zu durchleuchten. „Nachhaltigkeit geht für uns auch mit sozialer Verantwortung einher und aus diesem Grund distanzieren wir uns ganz klar von radikalen Ansichten und Verschwörungstheorien“, so die Pandoo-Sprecherin.

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Wenn also die Hersteller der Produkte schlicht nichts mit Michael Wendler und Laura Müller zu tun haben wollen, warum preisen die beiden diese Produkte an? Wollen sie so tun, als wären sie weiterhin gut im Geschäft? Oder werden sie unter Umständen vom Kopp-Verlag bezahlt? Bei Michael Wendler, der sich seit Oktober klar zu zahlreichen Verschwörungstheorien bekennt, dürfte das nicht wundern. Doch Laura begibt sich damit auf Neuland. Bislang hatte sie immer behauptet, sie sei „neutral wie die Schweiz“. Das dürfte ihr nun niemand mehr abnehmen.