Ein Bild aus vergangenen Tagen: Michael Wendler mit Claudia Norberg Imago/S. Gabsch

Michael Wendler hat schon länger Geld-Probleme. Das hatte der ehemalige Schlagersänger vor gut einem Jahr selbst in seiner Personality-Doku auf TVNow vorgerechnet. Als die Einnahmen gerade so zu sprudeln begannen, begann auch sein Niedergang. Der einstige Schlagerpop-König kehrte dem Showgeschäft den Rücken und verbreitete lieber antisemitische Verschwörungstheorien zum Coronavirus – und neuerdings auch zur Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz. Ehemalige Weggefährten sagen, dass er längst pleite ist und nur noch durch verwinkelt angelegte Konten seinen Luxus-Lifestyle leben kann. Das war offenbar auch schon bei der Scheidung von Claudia Norberg ein Thema.

Michael Wendler und Claudia Norberg: Das Geschäft mit ihrer Scheidung

Um seine 28 Jahre jüngere Freundin Laura Müller zu heiraten, musste sich Michael Wendler nämlich im Mai 2020 von Claudia Norberg scheiden lassen, nachdem diese sich bereits 2018 getrennt hatten. Die Bild veröffentlichte nun interessante Details der Scheidung, die zeigen, wie listig der Wendler und seine Ex die Scheidung offenbar zum Geschäftemachen genutzt haben.

Die zentrale Vereinbarung soll demnach bereits am 7. Februar 2019 unterzeichnet worden sein. Darin verpflichtete sich Michael Wendler innerhalb von sieben Jahren eine Abfindungssumme von 490.000 Dollar an Claudia Norberg zu zahlen – zunächst eine Einmalzahlung von 60.000 Dollar, dann jeden Monat eine Rate von 5000 Dollar. Das bestätigte der Wendler der Zeitung.

Um seine junge Frau Laura Müller heiraten zu können, musste sich Michael Wendler von Claudia Norberg scheiden lassen. Imago

Doch das merkwürdige an diesem Deal: Claudia Norberg war zu diesem Zeitpunkt schon längst in der Insolvenz und Michael Wendler stand wegen Steuerschulden bereits kurz vor seinem Offenbarungseid, den er wenige Monate später leistete.

Michael Wendler soll Claudia Norberg bereits die volle Abfindung gezahlt haben

Mittlerweile soll sogar bereits die ganze Abfindungssumme gezahlt worden sein, wie Bild berichtet – die ganzen 490.000 Dollar. Claudia Norberg soll auf diese Zahlung gedrängt haben und Michael Wendler soll das erledigt haben. Doch soll das Geld nicht an seine Ex-Frau, sondern an deren Mutter Waltraud Norberg gegangen sein. Wurde hier also versucht, die Gläubiger an der Nase herumzuführen? Möglich. Waltraud Norberg kaufte ihrer Tochter laut dem Blatt kürzlich ein Haus in Florida.

Wendler wird in der Bild mit den Worten zitiert, er habe „via Scheck“ und „nie an eine Firma“ gezahlt. Bei größeren Summen habe er den Betrag überwiesen und stets an das von Claudia Norberg angegebene Konto.

In Deutschland wartet ein Haftbefehl auf Michael Wendler

Der Deal um ihre Scheidung klingt ein bisschen wie der Fall, wegen dem nun ein Haftbefehl gegen Michael Wendler in Deutschland vorliegt. Denn der schwänzte einen Gerichtstermin in Dinslaken, bei dem es um Beihilfe zum Vereiteln einer Zwangsvollstreckung gehen soll. Konkret: Als 2016 die von Claudia Norberg geführte Plattenfirma CNI Records pleiteging, soll Norberg im Zuge der Insolvenz GEMA-Rechte an 176 Songs und die Rechte an der Wortmarke Michael Wendler an ihren Mann übertragen haben, um sie aus der Insolvenzmasse zu lösen und sie so vor der Vollstreckung zu schützen.

2019 erging in dem Fall ein Strafbefehl von 6 Monaten auf Bewährung und einer Bewährungsauflage von 100.000 Euro. Claudia Norberg akzeptierte die Strafe 2019. Michael Wendler hingegen nicht, er wollte den Prozess, den er anschließend mehrfach verschob, und nun zum finalen Termin kurzfristig nicht auftauchte. Daher platzte Richterin Nadja Kuczera nun der Geduldsfaden und sie erließ den Sitzungshaftbefehl. Das heißt: Wenn Michael Wendler deutschen Boden betrifft, wird er festgesetzt. Und zwar so lange, bis er vor Gericht erscheint.

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Michael Wendler hat derweil allen Grund für diese Verzögerungstaktik. Denn seit 2017 lebt der Verschwörungstheoretiker mit einer Greencard in den USA. Nach fünf Jahren könnte er die Staatsbürgerschaft des Landes beantragen. Laut Bild, dürfte sich der Wendler im November darum bemühen, im Frühjahr 2022 würde er sie bekommen. Doch eine Vorstrafe, und nichts anderes wäre ein Akzeptieren des Strafbefehls – oder aber eine Verurteilung in der Verhandlung –, dürften seine Chancen ordentlich schmälern.