Michael Wendler im März in einer Fernsehshow. Foto: dpa/Rolf Venneberd

Quasi von Null auf Hundert wurde Michael Wendler vom TV-Comebacker auf der Überholspur zum Turbo-Schwurbler. Mit der Verlesung eines wirren Statements kündigte er seinen Job auf RTL, und verabschiedete sich quasi von seinen Fans auf Instagram, um auf Telegram Verschwörungsideologien von Attila Hildmann und Eva Herman zu verbreiten. Doch seit einiger Zeit ist es dort still geworden. Hat der Wendler seine Aussagen vielleicht noch einmal überdacht und begonnen sich auf seriöseren Quellen zu informieren?

Denn der letzte Post des ehemaligen Schlagersängers auf Telegram liegt mehr als eine Woche zurück. Am 20. Oktober teilte er noch ein Video vom Account des Antisemiten Ken Jebsen. Doch seither herrscht auf Wendlers Telegram-Kanal Funkstille. Stattdessen bespielt der 48-Jährige plötzlich nach rund vier Wochen erstmals wieder seinen Instagram-Kanal. Dort postete er am Dienstag ein Foto mit seiner Frau Laura (20) und kommentierte das mit nichts weiter als einem Herzen.

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Und auch eine Story postete Wendler. Zu sehen ist darin eine Zeichnung seines Gesichtes mit einer Zigarre im Mundwinkel. Dazu läuft das musikalische Intro seines letzten Hits „Egal“. Neben Kommentaren aus der rechten Verschwörungsszene, die Wendler gut zureden, weiter zu machen finden sich auch Spötter unter dem Posting, die sich über das Abdriften des ehemaligen Schlagersängers lustig machen.

Will Michael Wendler den Neustart

Doch was bedeuten die lange Telegram-Pause und der Instagram-Neustart? Man kann nur mutmaßen: Vielleicht klingen dem einen oder anderen noch die Worte von Wendler-Manager Markus Krampe im Ohr, der vier Tage vor Wendlers letztem Telegram-Post in der Show von Amira und Oliver Pocher sagte, dass er den Eindruck habe, dass der Wendler „viele Dinge bereut“. Zwar habe sich an seinen Zweifeln an der Pandemie nichts geändert, doch der Wendler springe in seinen Meinungen immer wieder hin und her - und widerspreche sich dabei selbst.

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Es wäre Michael Wendler ganz persönlich und auch seinen engsten Vertrauten wie seiner Frau Laura oder seinem Manager Markus Krampe zu wünschen, dass er sich aus den Fängen von Verschwörungsideologen wie Attila Hildmann befreit und nicht länger als ihr Verstärker auftritt.

Die Öffentlichkeit sollte sich daher mit Häme ein wenig zurückhalten. Wie die Sektenexpertin Giulia Silberberger dem KURIER kürzlich im Interview sagte, sollte man Menschen, die bereit seien, Verschwörungsideologien zu entsagen, keinesfalls zurückstoßen oder erwarten, dass sie zu Kreuze kriechen. „Man sollte motivieren, aber nicht überfordern“, sagte die Gründerin der Initiative „Der goldene Aluhut“. Jedem könne es mal passieren, auf Verschwörungs-Ideologien hereinzufallen. Ob Michael Wendler tatsächlich den Verschwörungsideologen den Rücken kehrt, müssen die nächsten Wochen oder Monate zeigen. Laura oder Markus Krampe werden ihm dabei aber ganz sicher die helfende Hand reichen, die er braucht.