Michael J. Fox besucht im Oktober die Gala „A Funny Thing Happened on the Way to Cure Parkinson’s“ zugunsten der Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research. Charles Sykes/Invision/AP/dpa

„Ich habe keine Angst vorm Tod – überhaupt keine!“ Er ist ein Berufsoptimist. Doch auch Michael J. Fox hat inzwischen endgültig die Hoffnung aufgegeben, dass während seiner Lebzeiten eine Heilung gegen die Parkinson’sche Krankheit gefunden wird. In einem Interview mit dem „AARP“-Magazin sagte der „Zurück in die Zukunft“-Star dazu: „Ich bin sehr ehrlich zu Menschen, wenn es um Heilungschancen für mich geht. Ich bin 60 Jahre alt und Forschung dauert. Daher nein, ich werde in meinem Leben Parkinson nicht mehr loswerden“.

Das Erstaunliche: Fox hat sich damit nicht nur abgefunden, er bezeichnet sich selbst als Glückspilz. Denn er kann auf „die unerschütterliche Liebe meiner Familie und die Privilegien durch meine erfolgreiche Filmkarriere“ bauen. Fox: „Ich habe Rücklagen und Zugriff auf Dinge, die andere nicht haben. Meine Erfahrungen sind in keiner Weise vergleichbar mit anderen Parkinson-Patienten, die einen neuen Job und neue Wege finden müssen, zu überleben!“

Michael J. Fox ist unheilbar an Parkinson erkrankt

Hinzu kommt, dass der Schauspieler ein „Freak“ ist, weil sich sein Zustand über eine außergewöhnlich lange Zeit vergleichsweise sehr wenig verschlechtert hat: „Natürlich habe ich auch schwierige Tage, die ein echter Kampf sind. Aber dieses Leiden bestimmt nicht meinen Drive im Leben, es ist nur Beifahrer.“

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Cover des AARP Magazine

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Fox enthüllt, dass er 2018 durch ein tiefes seelisches Tal gegangen war. Nachdem die Ärzte ihm einen Tumor von der Wirbelsäule entfernen mussten, fiel er bei der Reha hin und brach sich den Arm. Doch er kam „durch die Dunkelheit hindurch“, weil er sich daran erinnerte, wofür er im Leben dankbar war: „Am Ende ist es Dankbarkeit, die deinen Optimismus aufrechterhält“.

Es gibt zwei Personen, denen Fox es verdankt, ein „wirklich glücklicher Mensch, ohne selbstmitleidige Gedanken im Kopf“ zu sein. Zum einen ist da Marty McFly, sein Held aus „Zurück in die Zukunft“. Fox’ Erklärung: „Ich habe den Film nach sehr langer Zeit letztes Weihnachten im Fernsehen geschaut. Und nicht nur habe ich realisiert, dass ich sehr gut darin bin, ich habe auch endlich die Message des Films verstanden. Nämlich dass wir manchmal einen Schritt zurück im Leben machen müssen, um zu begreifen, was für ein großartiges Leben wir haben. Und wie viel Tolles wir noch erleben können!“

Ohne Muhammad Ali, der auch an Parkinson gelitten hatte, hätte er seinen Kultfilm im letzten Jahr sofort ausgeschaltet. Weil er es lange nicht ertragen konnte, sein junges, gesundes Ich auf dem Bildschirm zu sehen. Bis er sich mit Alis Witwe Lonnie unterhielt und sie fragte, ob ihr Mann sich seine alten Titelkämpfe anschauen konnte. Fox: „Sie sagte, ‚Klar, er hat sie sich stundenlang angesehen und es geliebt. Und du solltest dir deine besten Filme anschauen und sie lieben!‘. Das habe ich dann getan!“

Mit der Filmreihe „Zurück in die Zukunft“ wurden Michael J. Fox als Marty und Christopher Lloyd als Doc Brown weltberühmt. Imago Images

Mit seiner Michael J. Fox Foundation hat er inzwischen über 1 Milliarde Dollar für die Parkinson-Forschung gesammelt. Er hofft, dass es schon bald eine Heilung geben wird – selbst wenn er sie nicht mehr erleben wird. Außerdem will er weiterhin alles dafür tun, damit Menschen, die an Parkinson leiden, sich in der Gesellschaft nicht isoliert fühlen: „Ich habe meine Diagnose sieben Jahre lang für mich behalten. Jetzt motiviere ich andere, sich nicht dafür zu schämen und offen mit ihrem Leiden umzugehen“.

 Was auch der Grund war, warum er auch drei Jahrzehnte nach seiner Diagnose noch immer TV-Rollen annahm, in die sein Leiden mit eingebaut wurde. So wie als skrupelloser Anwalt in der Serie „The Good Wife“, in der er seine Krankheit nutzte, um bei den Geschworenen Mitleid zu erregen. „Ich fand die Idee einfach klasse, dass auch behinderte Menschen Arschlöcher sein können!“

Vor einem Jahr hatte Fox bekannt gegeben, dass er nicht mehr länger vor die Kamera treten wird: „Ich habe einen Punkt erreicht, an dem meine Fähigkeit, frei sprechen zu können, nicht mehr da war. So konnte ich nicht mehr Schauspielern und habe es aufgegeben!“