Michael Douglas ist zur Zeit mit der Netflix-Serie „The Kominsky Method“ erfolgreich. Foto: Imago Images

„Das Älterwerden trifft jeden, aber wir haben den Humor daran entdeckt.“ So fasst Michael Douglas das Erfolgsrezept seiner Netflix-Show „The Kominsky Method“ zusammen, die von Kritikern und Fans – jung und alt – gefeiert wird. Der 76-Jährige spielt in der Comedy-Serie den in die Jahre gekommenen Schauspieler Sandy Kominsky, der im vom Jugendwahn besessenen Hollywood keine großen Rollenangebote. Deshalb schlägt er sich als Schauspiellehrer durch und mit den Problemen des Alterns herum. Nur dass Douglas dieses in der dritten Staffel ohne sein bislang perfektes Gegenstück, seinem Co-Star Alan Arkin, machen muss.

Oscargewinner Arkin steht für seine Rolle als Kominskys langjähriger Freund und Schauspielagent Norman Newlander nicht mehr zur Verfügung. Der Hintergrund: Star-Produzent und Showerfinder Chuck Lorre („Two And a Half Men“) hatte die beiden Weltstars anfangs für nur zwei Staffeln verpflichtet, weil nicht mehr geplant waren. Wegen des Riesenerfolgs baute er noch eine dritte Staffel ein. Doch Arkin hatte bereits andere Verpflichtungen und ließ sich nicht umstimmen. Weshalb – ACHTUNG SPOILER – die erste Folge mit Sandys Abschiedsrede am Grab von Norman beginnt.

Der 76-Jährige spielt in der Comedy-Serie „The Kominsky Method“ den in die Jahre gekommenen Schauspieler Sandy Kominsky, der im vom Jugendwahn besessenen Hollywood keine großen Rollenangebote. Foto: Erik Voake/Netflix/AP

Dafür bekommt Douglas die Dauer-Unterstützung von Kathleen Turner. Diese hatte bereits in der vorherigen Staffel einen Kurz-Gastauftritt als Kominskys Ex-Frau Roz Volander gehabt. Jetzt taucht sie unangekündigt in Los Angeles auf, um Zeit mit ihrer gemeinsamen Tochter Mindy (Sarah Baker) zu verbringen. Das Verhältnis zu Sandy bereits zu Ehezeiten explosiv und Rozes plötzliche Anwesenheit verkompliziert das Leben von Sandy erheblich.

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Turner kennt sich mit der Rolle als Ex-Frau von Douglas aus. Die 66-Jährige hatte sich mit ihm in „Der Rosenkrieg“ einen mörderischen Scheidungsstreit geliefert. Die Chemie zwischen der Beiden stimmt bis heute. In Turners Worte: „Michael und ich sind schon so lange befreundet und es hat einfach nur Spaß gemacht, wieder den alten Arbeitsrhythmus miteinander zu bekommen.“

In „The Kominsky Method“ tauchen immer wieder Parallelen zwischen dem Leben von Douglas und dem seines Serien Alter Egos auf. So wie in der vorherigen Staffel, als Sandy Kominsky gegen Lungenkrebs kämpfen musste. Douglas hatte 2015 erfolgreich Zungenkrebs besiegt. Douglas selbst fühlt sich Kominsky in einem anderen Punkt am meisten verbunden. Weder er noch Sandy finden es witzig, alt zu werden: „Der Gedanke lässt einen eher depressiv werden. Ich sehe es realistisch, dass ich vielleicht noch 15 Jahre habe.“ Weshalb er sich auch vorgenommen hat, „jeden Tag voll und vor allem sehr bewusst auszuleben“.

Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones sind seit über 20 Jahren verheiratet. Foto: Richard Shotwell/Invision/AP

Lachen kann Douglas darüber, dass die Drehbuchautoren indirekt seine eigene Ehe mit Catherine Zeta-Jones aufs Korn nehmen. Denn seine Serientochter Mindy hat sich einen Lebensgefährten (gespielt von Paul Reiser) angelacht, der um Jahrzehnte älter ist als sie. Womit Douglas nachvollziehen kann, wie sich sein Schwiegervater einst gefühlt hat: „Ich kann mich noch genau an den Blick von Catherines Vater erinnern, als ich ihm gesagt habe, dass ich seine Tochter heiraten will. Er ist drei Jahre jünger als ich.“

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In den sechs Folgen der dritten Staffel treten auch wieder Lisa Edelstein (bekannt aus „Dr. House“) und der ehemalige Kinderstar Haley Joel Osment („Sixth Sense“) in Nebenrollen auf. Außer der bewährten Formel „Immer Ärger mit der Ex“ dreht sich alles um Geld, Tod, Liebe, Mord und in Erfüllung gehende Träume. Mit anderen Worten: Es ist alles wie immer.