Mike Krüger (rechts) mit Thomas Gottschalk im Jahr 1983. Die beiden feierten mit ihren „Supernasen“-Filme Erfolg. dpa/Istvan Bajzat

Er bescherte den Deutschen Hits wie „Mein Gott, Walther“ und „Bodo mit dem Bagger“, die Filme der „Supernasen“-Reihe und Fernsehsendungen wie „Vier gegen Willi“. Am Dienstag wird der Sänger und Komiker Mike Krüger, eine der Ikonen der Blödelunterhaltungsära der 70er und 80er Jahre, 70 Jahre alt. Zuletzt wurde es bereits zunehmend ruhiger um den Künstler mit der imageprägenden großen Nase, anlässlich seines runden Geburtstags kündigte er jüngst den endgültigen Showrückzug an.

„Das war alles eine prima Sache“, sagte Krüger kürzlich der „Bild“-Zeitung mit Blick auf seine Karriere auf den deutschen Bildschirmen und Bühnen. „Aber jetzt ist es auch mal Zeit, meiner Frau ein bisschen Zeit zurückzuzahlen.“

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Krüger, der mit bürgerlichem Namen Michael Friedrich Wilhelm Krüger heißt, kommt am 14. Dezember 1951 in Ulm zur Welt. Wie er später selbst berichtet, geschieht dieses unter dramatischen Umständen während einer Geschäftsreise seiner Eltern als Frühgeburt. Seine Mutter stirbt, als Krüger drei Jahre alt ist. Insgesamt beschreibt er seine Kindheit und Jugend, die er zunächst in Hamburg verbringt, als unglücklich und belastet.

Mit zehn Jahren schickte ihn sein Vater auf ein Internat

Sein als Manager tätiger Vater schickt ihn im Alter von zehn Jahren auf ein Internat im schleswig-holsteinischen Büsum. Nach der Schule macht Krüger eine Lehre zum Betonbauer und beginnt in Hamburg ein Architekturstudium, das er aber bereits nach drei Semestern aufgibt. Sein Studium finanziert er durch Auftritte als Sänger in einem Hamburger Klub namens „Danny's Pan“. Als Repertoire dienen ihm selbstgeschriebene parodistische Lieder.

Mike Krüger bei einem TV-Auftritt im Jahr 1991, sein Song „Mein Gott, Walter“ ist Kult. Imago

Eine Plattenfirma wird auf ihn aufmerksam und nahm Krüger mit dem Album „Mein Gott, Walther“ unter Vertrag. Die Single-Auskopplung verkauft sich glänzend und wird zum Türöffner: Die Entertainerlegende Rudi Carrell lädt Krüger 1975 mit dem Lied in seine Show „Am laufenden Band“ ein. Dann geht es Schlag auf Schlag, es folgen weitere Fernsehauftritte und große Tourneen.

1980 legt Krüger mit dem Lied „Der Nippel“ einen weiteren Hit vor, der die Charts stürmt. In Westdeutschland ist es die Zeit des hemmungslosen Showklamauks, in der auch Kollegen wie Otto Waalkes und Karl Dall reüssieren. Mit Thomas Gottschalk feiert Krüger Anfang der 80er Jahre Erfolge auch mit selbstkonzipierten Filmklamotten wie „Piratensender Powerplay“ und „Die Supernasen“.

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1986 startet in der ARD seine Unterhaltungsspielshow „Vier gegen Willi“, später wechselt Krüger zum neuen Privatfernsehen. Ab 1991 läuft bei Sat1 die „Mike Krüger Show“. Die Formate werden von Kritikern zerrissen, nicht zuletzt wegen ihrer platten und oft anzüglichen Gags. Ab 1996 ist Krüger fester Gast des komödiantischen RTL-Wochenrückblicks „Sieben Tage, sieben Köpfe“.

Seinen Erfolg beurteilt Mike Krüger nüchtern

Noch bis etwa 2010 folgen weitere Formate. Zudem bleibt Krüger als Werbeträger im Geschäft, etwa für Baumärkte. Seine Karriere beurteilt der Entertainer rückblickend nüchtern. Im Showgeschäft hänge Erfolg auch davon ab, „ob man das Richtige zur richtigen Zeit mit den richtigen Leuten tut“.

Auf seiner Internetseite schrieb er jüngst in einem Beitrag, er sei in seiner Laufbahn schlicht „dreimal zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ gewesen. Das erste Mal seien die Veröffentlichung von „Mein Gott, Walther“ und der Auftritt bei Carrell gewesen.

Mike Krüger mit seiner Frau Birgit, mit der er seit 1976 verheiratet ist dpa/Markus Scholz

Seine Karriere trieb Krüger über viele Jahre hinweg aus seiner Wahlheimat im schleswig-holsteinischen Quickborn nahe Hamburg voran. Auch privat blieb er bodenständig. Seit 1976 ist Krüger mit seiner Frau Birgit Loeper verheiratet, zusammen haben sie eine Tochter. Und mit seiner Ehefrau will er nun in Ruhe seine Rente verbringen - auch wenn er trotzdem nicht ganz vom Blödeln lassen kann. So betreibt Krüger neuerdings einen Youtube-Kanal.