Marie-Luise Marjan: Corona-Krise hat auch etwas Gutes. Foto: Tobias Hase/dpa

Für Schauspielerin Marie-Luise Marjan hat die Corona-Krise auch ihr Gutes. „In gewisser Weise genieße ich geradezu den Abstand zu den Menschen. In meiner Branche wird ja viel umarmt und geküsst. Das mag ich ohnehin nicht immer so gerne“, sagte die 79-Jährige. Durch die Corona-Schutzmaßnahmen fühle sie sich nicht sonderlich eingeschränkt. „Ich lebe nicht viel anders als normalerweise“, sagte die „Mutter Beimer“ aus der inzwischen eingestellten ARD-Serie „Lindenstraße“. „Ich fahre viel Rad und gehe spazieren.“

Die zunehmenden Lockerungen befürworte sie. „Ich finde das positiv. Das Leben muss ja weitergehen.“ Angst vor dem Coronavirus habe sie nicht. „Ich denke, man muss sich an die Regeln halten und dann mit Vernunft normal leben.“ Einzig bedauerlich sei, dass nun so viele künstlerische Veranstaltungen ausfielen.

So sieht die Schauspielerin in der Corona-Krise vor allem eine Chance: „Vielleicht ist es auch wie einen Reset-Knopf drücken. Weniger konsumieren, sich weniger Reizen aussetzen, nicht zu viel machen, entspannter rangehen“, sagte sie dem privaten Rundfunksender Hit Radio FFH.

Eine für September geplante Amerika-Kreuzfahrt habe sie aber abgesagt. „Dass man da womöglich irgendwo in Quarantäne muss, das ist mir zu riskant.“ Sie hoffe, die Reise im nächsten Jahr nachholen zu können.

Seit 1985 spielte Marie-Luise Marjan in Deutschlands erster Soap die „Mutter Beimer“. „Ich würde sagen, ich habe mir die Rolle angezogen. Teile meiner Identität hat Helga Beimer bekommen", sagte sie einmal in einem Interview. Eine ganze Generation sei zusammen mit Helga Beimer gealtert. Sie selbst sei in über 1.000 Folgen der „Lindenstraße“ dabei gewesen. „Mehr Influencerin geht gar nicht!“