Schauspieler Jon Hamm
Schauspieler Jon Hamm Imago/Landmark Media

Als lebenslustiger Kreativdirektor einer Werbeagentur in der TV-Serie „Mad Men“ wurde er weltberühmt. Und auch in seinem neuen Film „Corner Office“ landet Jon Hamm wieder in einer Bürolandschaft. Nur dass sein Orson in der schwarzen Komödie eher das Gegenteil von Don Draper ist – ein kleingeistiger Apparatschik, der sich in einem durchgetakteten Unternehmensapparat wohlfühlt.

Was hat Sie an dieser Rolle des Anti-Helden gereizt?

Jon Hamm: Man hat nicht oft die Möglichkeit, in eine solch wunderbar merkwürdige Rolle zu schlüpfen. Dieser Film war der unnormalste, den ich je gesehen habe. Und das meine ich natürlich als Kompliment, ich spiel ja selbst mit (lacht). Wissen Sie, was der Arbeitstitel war?

Nein.

„Koteletten und Schnurrbart“! Allein das hätte mich schon überzeugt, mitzumachen. Die wollte ich schon immer mal haben (lacht). Aber mal im Ernst, für mich war es die Botschaft des Films, die mir so zugesagt hat. Dass wir in einer Welt leben, in der jeder irgendwo ein Zuhause finden kann.

So wie Sie im Film in einer seelenlosen Unternehmenskultur?

Ich muss vorsichtig sein, was ich über seelenlose Großunternehmen sage. Wir haben ja da ein paar sehr große Sponsoren die mit A anfangen. Von denen bin ich natürlich Fan und in ihren Büros geht es sicher ganz anders zu (lacht). Grundsätzlich glaube ich übrigens, dass die Pandemie die Einstellung der Menschen zur Büroarbeit sehr verändert hat.

Inwiefern?

Wir haben gelernt, dass man auch viele Dinge aus dem Homeoffice erledigen kann. Deshalb werden es sich viele nicht mehr gefallen lassen, in einem Büro-Hamsterrad gefangen zu sein, wenn sie Alternativen haben.

Ist es also ein hochaktueller Film?

Das finde ich schon. Er bringt uns zum Nachdenken. Was bedeutet es, im 21. Jahrhundert einen Job zu haben? Was sollte er uns bieten? Sollte er uns zufrieden machen? Ich denke, es sind Fragen, über die wir alle nachdenken und die für uns relevant sind!

Kleiner Themenwechsel: Sie sind auch in „Top Gun: Maverick“ zu sehen, der gerade alle Rekorde bricht. Wie war die Zusammenarbeit mit Tom Cruise?

Mit Tom vor der Kamera zu stehen war eines der witzigsten und besten Dinge in meinem Leben. Es war ein außergewöhnliches Erlebnis. Ich bin nur froh, dass ich nicht dieselben knallharten Stunts machen musste wie meine jungen Co-Stars. Das war schon krass.

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Jon Hamm (r.) mit Tom Cruise und Jennifer Connelly bei der Premiere von „Top Gun: Maverick“ in London
Jon Hamm (r.) mit Tom Cruise und Jennifer Connelly bei der Premiere von „Top Gun: Maverick“ in London Imago/Cover-Images

Haben Sie gezögert, die Rolle anzunehmen?

Nicht eine Sekunde. Als „Top Gun“ herauskam, bin ich gerade auf die Highschool gekommen und es war mein absoluter Lieblingsfilm. Ich habe noch Freunde von damals und wir haben eine „Top Gun“-WhatsApp-Gruppe. Sie feiern mich und leben unsere gemeinsamen Träume von damals durch mich. Es war so surreal am ersten Tag am Set, als plötzlich Tom Cruise als Pete „Maverick“ Mitchell vor mir stand.

Was ist Ihnen als Erstes durch den Kopf geschossen?

Mann, das ist so, so cool! Weil ich da erst wirklich begriffen hab, dass ich wirklich jetzt auch in einen „Top Gun“-Film mitspiele!

Für viele sind und bleiben Sie Don Draper. Nervt es Sie eigentlich, sieben Jahre nach dem Ende von „Mad Men“ noch immer auf Ihre Paraderolle angesprochen zu werden?

Auf keinen Fall. Ich sehe die Rolle als absoluten Glücksfall. Sie hat mich bekannt gemacht und mir so viel ermöglicht. Ich konnte dadurch Dinge tun, die ich schon immer tun wollte. Wie in „Top Gun“ mitspielen oder in einem Film wie „Corner Office“ eine völlig ungewöhnliche Rolle übernehmen!

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Bekannt wurde Jon Hamm durch die Serie „Mad Man“.
Bekannt wurde Jon Hamm durch die Serie „Mad Man“. Imago/Everett Collection

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Was ist für Sie die wichtigste Qualität, die man mitbringen muss, um in Ihrem Job erfolgreich zu sein?

Man sollte stets pünktlich und immer gut vorbereitet sein. Nicht dass ich es immer war, aber ich habe es immer versucht!