„Love Island“-Moderatorin Jana Ina Zarrella und die Kandidatinnen und Kandidaten der fünften Staffel. Fotos: RTL2

Am Montagabend beginnt endlich die fünfte Staffel von „Love Island“. Und auch, wenn die Wartezeit gar nicht so lang war wie in den Jahren zuvor, schien sie vielen Fans angesichts eines über Monate andauernden Corona-Lockdowns so lang wie noch nie. Weil die erste deutsche Frühjahrstaffel wetterbedingt auf Teneriffa statt auf Mallorca stattfindet, werden die Kandidaten auch in eine andere Villa ziehen. Doch so sehr sich das Setting auch ändert, die Regeln bleiben die gleichen und, schließlich hat „Love Island“ längst das Erfolgsrezept gefunden.

Die Sendung hat trotz der Sendezeit um 20.15 Uhr starke Quoten im Linearen Fernsehen und viele Zuschauer, die über das Streaming-Portal TVNow, die erst später schauen, was in der Villa so los ist. Über die Sendung wird gesprochen, im Büro, auf der Straße und in Corona-Zeiten eben am Telefon. Und das hat vor allem zwei Gründe: Denn bei „Love Island“ – das haben die vergangen Staffeln gezeigt – kann man tatsächlich die echte Liebe finden, aber die Show ist auch die beste Schule für den Einstieg ins Reality-TV-Business.

Drei „Love Island“ sind noch zusammen

Paare, die sich bei „Love Island“ gefunden haben, gibt es zur Genüge: Aus Staffel 1 im September 2017 sind noch die Zweitplatzierten Stephi Schmitz und Julian Evangelos Diebold zusammen, aus Staffel drei die ebenfalls Zweitplatzierten Samira Berkane und Yasin Cilingir, die zuletzt sogar das erste „Love Island“-Baby bekamen und heirateten, sowie die (erneut) Zweitplatzierten der vierten Staffel Anna Iffländer und Marc Zimmermann. Das Siegerpaar der vergangenen Staffel, Melina Hoch und Tim Kühnel trennte sich nach wenigen Monaten Beziehung kürzlich. 

Doch wer seine Liebe nicht fand, fand zumindest den Weg ins Fernsehen. Und wie! Elena Miras, die die erste Staffel mit Jan Sokolowsky zusammen gewann, war bereits im Dschungelcamp, siegte zusammen mit ihrem zwischenzeitlichen Partner Mike Heiter, der ebenfalls aus dieser „Love Island“-Staffel kommt, im „Sommerhaus der Stars“ und moderierte mit ihm die TVNow-Sendung „Just Tattoo of us“. Jan Sokolowsky hingegen sammelte nur fleißig Instagram-Follower, denen er nun Verschwörungstheorien zur Corona-Pandemie präsentiert. Auch Stephi Schmitz und Julian Evangelos Diebold gingen zusammen ins „Sommerhaus“ und im Herbst 2020 zu „Temptation Island VIP“. Und Chethrin Schulze war immerhin schon bei „Promi Big Brother“.

„Love Island“ ist oft der Start einer TV- oder Instagram-Karriere

Ähnliche Karrieren machten zahlreiche „Love Island“-Kandidaten. Aus Staffel zwei sahen wir Marcellino Kremers und Tobi Wegner in mehreren anderen Formaten. Aus Staffel drei schafften es Samira Berkane, Yasin Cilingir, Mischa Mayer, Laura Lettgen (aktuell bei „Are you the One“), Dijana Cvijetic, Aleksandar Petrovic, Melissa Dahm und Danilo Cristilli in den Reality-TV-Zirkus.

Mit Henrik Stoltenbergs Teilnahme an „Promis unter Palmen“ ist auch bereits der erste Kandidat der vierten „Love Island“-Staffel im Reality-TV-Untergebracht. Viele anderen Kandidaten der Staffel, haben immerhin zahlreiche Follower auf Instagram gewonnen und betätigen sich nun als Influencer.

Darum landen so viele „Love Island“-Kandidaten im Showgeschäft

Dass so viele den Sprung vom einfachen Love Reality-Kandidaten zum TV-Sternchen schaffen, ist dabei kein Zufall. Viele Kandidaten sind noch ziemlich jung. Sind Berufsanfänger oder Studenten. Die Bild veröffentlichte zudem im vergangenen September Details aus den Verträgen der Kandidaten – und die scheinen auf eine anschließende Karriere abzuzielen. Denn die Vergütung ist vergleichsweise mau. Alle Mitwirkenden erhalten 1000 Euro, sowie 250 Euro für jede angefangene Woche. Kandidaten, die vier Wochen dabei sind, bekommen also 2000 Euro. 

Wer will, kann aber danach oft mehr Geld als Influencer verdienen. Die gesteigerte Bekanntheit könnte da hilfreich sein. Und laut dem Sender hilft RTL2 seinen entdeckten Talenten auch dann dabei, „in den Medien und im Werbemarkt Fuß zu fassen“. Das lässt sich der Sender allerdings fürstlich entlohnen. Anstatt der branchenüblichen 20 Prozent fürs Management kassiert RTL2 ganze 30 Prozent! Und das für alle Einnahmen aus Social Media- und TV-Auftritten innerhalb der ersten zwölf Monate.

Wie groß die Unterstützung tatsächlich ist, können wir nur mutmaßen. Sicher ist allerdings: Viele Kandidaten schaffen es, ihre „Love Island“-Teilnahme für einen Job in der Unterhaltungsindustrie zu nutzen. Und wer das nicht will, sucht einfach die große Liebe. Das klappt dort schließlich auch.