Ein Bild aus frühen «Lindenstraßen»-Tagen (Archivbild von 1986): Helga Beimer (Marie-Luise Marjan, hinten rechts) mit ihrem ersten Mann Hans (Joachim Hermann Luger, l) und ihren Kindern (l-r) Marion (Ina Bleiweiß), Benny (Christian Kahrmann) und Klausi (Moritz A. Sachs). 
Foto: Fotoreport WDR/WDR/dpa 

Mehr als drei Jahrzehnten war sie Kult - jetzt ist Schluss mit der «Lindenstraße». Was bleibt?

FANS: Kaum war die Nachricht vom Serien-Aus in der Welt, melden sich die Fans: «Die Lindenstraße darf nicht sterben!», schrieb einer auf der offiziellen Facebook-Seite. In Berlin und anderen Städten versammelten sich Hardcore-Anhänger zu Demos mit Protestplakaten.

LEBENSLANG: Nur wenige Hauptdarsteller der ersten Folge aus dem Jahr 1985 sind bis zuletzt in der «Lindenstraße» dabei geblieben. «Mutter Beimer» (Marie-Luise Marjan) gehört dazu, aber auch ihr Serien-Sohn «Klausi» (Moritz A. Sachs) und «Gabi Zenker», die damals noch Skabowski hieß (Andrea Spatzek). «Dr. Dressler» (Ludwig Haas), der Hausarzt, verabschiedete sich im Dezember 2019 mit einem TV-Suizid. Dafür gibt es noch Vasily Sarikakis (Hermes Hodolides), der heutige Wirt des Lokals «Akropolis» hatte schon einen Auftritt im Erstling.

KINDER: Viele Darsteller sind in der «Lindenstraße» erwachsen geworden - die Rollen etwa der Ziegler-Kinder Sarah, Tom und Sophie blieben vom Kleinkindalter bis zum Erwachsenwerden mit denselben Menschen besetzt. Auch der mit dem Down-Syndrom geborene Bruder Martin wird seit Anbeginn von Jan Grünig gespielt. Vereinzelt gibt es auch Wechsel: Sunnyboy «Nico Zenker» hat inzwischen schon das dritte Gesicht.

VORREITER: Als sich in Deutschland vieles änderte, im Frühjahr 1990, bahnt sich auch in der Lindenstraße Revolutionäres an: Der junge Carsten Flöter (Georg Uecker) knutscht vor laufender Kamera mit seinem neuen Freund. Die Szene geht als «erster Schwulenkuss in einer TV-Serie» in die Fernsehgeschichte ein.