Bei „Let's Dance“ tanzt Lola Weippert mit Christian Polanc. Foto: TVNow/Stefan Gregorowius

Eigentlich führt sie ein Leben auf der Überholspur. Lola Weippert ist mit nur 24 Jahren eines der neuen Gesichter von RTLs Streaming-Plattform TVNow, moderiert dort die neue Staffel „Temptation Island“, hat mehr als 350.000 Follower auf Instagram und tanzt seit zwei Wochen an der Seite von Christian Polanc bei „Let's Dance“. Doch diese Öffentlichkeit hat für sie auch ihre Schattenseiten. Jeden Tag bekommt die Moderatorin Hassnachrichten, berichtet sie. Immer wieder sind auch Morddrohungen dabei.

Lesen Sie auch: „Temptation Island“: Diese Pärchen stellen ihre Liebe auf die Probe >>

Im Gespräch mit RTL berichtet die Wahlberlinerin: „Es ist so schlimm, was mittlerweile auf den sozialen Netzwerken stattfindet. Ich bekomme jeden Tag irgendwelche Hassnachrichten, weil ich mich im Bikini gezeigt habe.“ Sie werde als „Hure“ oder „Schlampe“ bezeichnet. All das bekomme sie ungefiltert, sagt sie. „Ich hoffe einfach nur darauf, dass diese hasserfüllten Menschen es nicht wirklich ernst meinen und einfach nur ihren Hass übers Netz schüren, aber in der Realität nicht umsetzen.“

Lola Weippert: Morddrohungen gegen ihren Freund

Die härteste Nachricht, die sie je bekommen hat war „Ich stech deinen Freund ab“. Sie habe da tatsächlich Angst gehabt, dass wirklich plötzlich jemand vor der Tür stehe, und ihrem Freund etwas antun könne. Sie habe alle Morddrohungen zur Anzeige gebracht. Konsequenzen für die Personen habe es jedoch nicht gegeben. „Viele wurden gefunden, auch hinter dem anonymen Deckmantel – doch kein rechtlicher Schritt wurde vorgenommen“, sagt sie. „Es ist nichts passiert, sie sind weiter in ihrer Hass-Welt unterwegs, verteilen Hass.“

Neben „Temptation Island“ moderierte Lola Weippert für TVNow auch das Wiedersehen bei „Prince Charming“. Foto: TVNow/Frank Fastner

Lola Weippert ist längst nicht die einzige Frau, die im Netz Hass und Gewaltphantasien ausgesetzt ist. Zwar fehlen offizielle Zahlen, jedoch zeichnet sich ab, dass Frauen deutlich öfter Opfer von Hass im Netz werden als Männer, schätzte die Juristin Josephine Ballon von der Initiative HateAid die Lage gegenüber Deutschlandfunk ein. So würden Frauen häufiger als Männer mit Bezug auf ihr Geschlecht oder ihr Aussehen angegriffen, sagt Ballon: „Es geht nahezu immer unter die Gürtellinie, und das erleben Männer in dieser Form nicht.“ 30 Prozent der Frauen, die bei ihnen Rat suchten, würden allein wegen ihres Geschlechts angefeindet, fünf Prozent erhielten sogar Vergewaltigungsdrohungen.

Zu wenig Strafverfolgung bei Hass im Netz

Dass die Strafverfolgung in solchen Fällen unzureichend sei, wie Lola Weippert berichtet, sieht auch Juristin Ballon so. Die schlimmste Konsequenz, die Menschen befürchten müssten, wenn sie Hass- und Droh-Nachrichten verfassten, sei, dass Inhalte gelöscht werden. Auch die Plattformen sollten mehr in die Pflicht genommen werden. Auch, weil viele Betroffene von Hass im Netz unter psychischen und physischen Beeinträchtigungen leiden würden.

Wenn Lola Weippert am Freitagabend zusammen mit Christian Polanc einen Tango zu „Whatever Lola Wants“ von Sarah Vaughan aufs Parkett zaubert, werden sicherlich wieder viele Nachrichten bei der Influencerin auf dem Handy landen. Darunter werden viele nette Botschaften sein, aber auch viel Hass.

Lesen Sie auch: „Let's Dance“-Profi Renata Lusin: Vor dem Wiener Walzer zieht sie sich im Playboy aus >>

Die Moderatorin versucht den Drohungen und Beleidigungen inzwischen kämpferisch gegenüberzutreten. Sie sei froh, dass sie inzwischen so stark sei, nicht mehr an dem Hass zu zerbrechen. Sie geht in den Angriffsmodus über und macht Hassbotschaften immer wieder öffentlich und macht sich darüber lustig. Etwas anderes bleibt ihr nicht übrig, bis die Täter endlich bestraft werden.