Die Mitglieder der Band De Randfichten, René Schröder (l.), Marion Frank und Michael Rostig.
Die Mitglieder der Band De Randfichten, René Schröder (l.), Marion Frank und Michael Rostig. dpa/Monika Skolimowska

„Lebt denn dr alte Holzmichl noch …?“ Dieses Lied machte die Volksmusiker aus dem Erzgebirge berühmt. Inzwischen kann man sich fragen: Lebt denn die Band noch? Ja, es gibt sie noch, auch wenn man nicht mehr so viel von ihr hört. Doch das soll sich jetzt zum 30-jährigen Bestehen der Volksmusik-Truppe ändern.

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Lieder im erzgebirgischen Dialekt und Inhalte mit Humor: Damit fanden De Randfichten in den vergangenen Jahrzehnten viele Fans. Mit dem Hit „Lebt denn dr alte Holzmichl noch …?“ von 2004 schafften sie den überregionalen Erfolg und erhielten mehrere Auszeichnungen.

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Im 30. Jahr ihres Bestehens ist es ruhiger geworden um die Volksmusiker, wie Mitglied Michael „Michl“ Rostig bestätigt. Auch in der Band, die sich einst in Johanngeorgenstadt gründete, hätten zwei Jahre Corona-Pandemie ihre Spuren hinterlassen. Selbst jetzt seien die Auswirkungen noch zu spüren – etwa Unsicherheiten beim Kartenvorverkauf.

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„Hurra, wir sind noch da“ – das neue Album der Randfichten

„Dennoch möchten wir unser Jubiläumskonzert mit allen Fans und Freunden feiern“, betont Rostig. Das ist am 29. Oktober in Thum im Erzgebirge geplant. Auch das neue Album „Hurra, wir sind noch da“ soll noch dieses Jahr erscheinen, ergänzt Frontsängerin Marion Frank: „Es ist schon länger in den Startlöchern.“ Eine Erfolgsgeschichte wie mit dem „Holzmichl“-Lied erlebe man nur einmal, betont Rostig, der noch zur Ursprungsbesetzung der Gruppe gehörte und von Anfang an dabei ist.

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Auszeichnungen wie den Musikpreis Echo, die Goldene Stimmgabel und den Publikumspreis Goldene Henne gab es für „Holzmichl“, das auf ein jahrhundertealtes Volkslied zurückgeht. „Ich bin sehr froh, diese Zeit erlebt haben zu dürfen“, erzählt Rostig. Die Randfichten seien durch „Holzmichl“ und andere Nachfolgetitel bei ihren Fans nach wie vor Kult. „Wir spüren das jetzt noch an den Reaktionen des Publikums bei unseren etwas weniger geworden Auftritten. Und ja, es ist etwas ruhiger geworden – wir werden ja alle auch älter.“

„Hurra, wir sind noch da“ heißt das neue Album von De Randfichten (Michael Rostig, Marion Frank und René Schröder; v. l.). Es soll noch in diesem Jahr erscheinen.
„Hurra, wir sind noch da“ heißt das neue Album von De Randfichten (Michael Rostig, Marion Frank und René Schröder; v. l.). Es soll noch in diesem Jahr erscheinen. dpa/Monika Skolimowska

1992 gründeten Thomas „Rups“ Unger und Michael „Michl“ Rostig die Gruppe mit dem Vorgängernamen Original Arzgebirgsche Randfichten. 2014 trat Unger aus. Das Showgeschäft mit all seinen Höhen und Tiefen habe Spuren hinterlassen und zu psychischen Problemen geführt, erinnert er sich. Nach dem „Holzmichl“- Erfolg habe der Druck auf die Musiker stark zugenommen. TV-Verpflichtungen, internationale Auftritte, wenig Zeit für die Familie und der Stress, neue Hits zu kreieren, verkraftete der Mitgründer und Frontmann nicht.

Das Konzept der Randfichten: Lieder mit erzgebirgischem Dialekt und lustigen Texten

„Trotzdem war die Band mein Leben, mein Baby sozusagen, das mich von früh bis nachts gedanklich beschäftigt hat“, sagt er rückblickend. Die ursprüngliche Idee sei gewesen, mit erzgebirgischem Dialekt schwungvolle Lieder mit lustigen Texten zu präsentieren. „Irgendwann ging es nur darum, den nächsten Hit zu bekommen. Ich bin aber kein Mensch für rote Teppiche oder Promi-Treffen. Für mich war der Austritt nach wie vor die richtige Entscheidung.“ Inzwischen tritt er mit christlichen Liedern und Musikern auf.

Ein Tiefpunkt sei der Weggang des Randfichten-Sängers „Rups“ gewesen, erinnert sich Rostig: „Für mich völlig unverständlich, und es war damals klar, dass wir weitermachen werden, auch wenn ich der Letzte von den Urgesteinen bin.“ Danach übernahm Marion Frank den Part als Frontsängerin. Der langjährige Gitarrist Thomas Lauterbach hörte 2018 auf und wurde durch René Schröder ersetzt.

Große Unterstützung vom Randfichten-Fanklub 

An große Fan-Treffen an den Greifensteinen im Erzgebirge und an Konzerte mit Publikumsbeteiligung erinnert sich Bernd Nigl vom Randfichten-Fanklub. „Wir haben meist einen Koffer dabei und bei jedem Lied holen wir andere Requisiten hervor“, erklärt er die Unterstützung des Klubs bei Konzerten. Rund 50 Personen sind aktuell Mitglied.

Besonders in Erinnerung sei ihm der „Randfichten-Opa“ Hans Friedrich geblieben, der bis zu seinem Tod mit 98 Jahren keinen Auftritt seiner Lieblingsvolksmusikgruppe verpassen wollte. „Er führte den Polonaise-Tanz des Publikums an. Das übernehme ich jetzt“, sagt der Fanklub-Leiter. Wieder mehr Auftritte in Radio und Fernsehen würde er sich wünschen für die Musiker, deren Fan er seit 2004 ist.