Laura Müller macht Werbung für den Millania-Shop. Nun wurde sie von einer Kollegin verteidigt. Imago/Revierphoto, Imago/Millania

In der letzten Woche gab Michael Wendlers Ehefrau Laura Müller ihr Comeback als Influencerin. Das hessische Mode-Versandunternehmen Millania-Shop engagierte sie als Instagram-Model. Es war der erste Auftrag nach einer langen Instagram-Pause. Zuvor hatte Laura Müller vor den rechten Kopp-Verlag geworben. Millania erntete für diesen Deal mit der Frau des bekannten Verschwörungsideologen Michael Wendler einen Shitstorm – und betreibt nun fiese Täter-Opfer-Umkehr.

Michael Wendlers Frau Laura Müller macht wieder Werbung

Nach Tagen des Schweigens gab es zwar noch immer keine offizielle Stellungnahme des Mode-Versandunternehmens, dafür teilte Millania auf Instagram eine Story des Models Doresa Halilaj, die ebenfalls für den Shop wirbt, und die teilte ordentlich in Richtung der Kritiker aus. Die Zweitplatzierte der „Miss Universe Germany“-Wahl 2016 sagte: „Ich sehe es einfach nicht ein, dass sie so einen heftigen Shitstorm bekommt.“

Völlig unbedarft zieht sie sogar die Parallele zu Kasia Lenhard, die sie vor einigen Monaten nach heftigen Mobbing-Attacken im Netz das Leben nahm. Doch die gesamte Tragweite der Causa Michael Wendler und damit auch Laura Müller scheint Halilaj überhaupt nicht zu überreißen. „Sie liebt diesen Mann so, wie er ist, und nicht wie ihr ihn lieben möchtet“, sagt sie, ohne zu erklären, was sie damit meint oder auch nur anzureißen, wieso sich Menschen darüber beklagen, dass Laura Müller einen Shitstorm bekommt. Natürlich ist ein Shitstorm nie schön und Drohungen, so sie denn vorkommen, sind gefährlich und ein Fall für die Polizei. Doch es kommt stets auch auf die Hintergründe an.

Michael Wendler und Laura Müller sind eine Bedrohung

„Was kann die Frau dafür, wieso bekommt sie so einen Shitstorm“, fragt Halilaj und glaubt offenbar, dass es dafür keine Antwort gibt, doch damit liegt sie falsch. Laura Müller und das Unternehmen Millania, das mit ihr zusammenarbeitet, bekommen diesen Shitstorm wegen der Geschehnisse der letzten Monate. Laura Müller bekennt sich in der Öffentlichkeit zu ihrem Ehemann Michael Wendler, der täglich antisemitische Verschwörungsideologien verbreitet. Michael Wendler ist inzwischen eine beliebte Werbefigur der extremen Rechten. Er gibt Szene-Magazinen Interviews oder plaudert mit der rechten Medienunternehmerin Eva Herman. Damit macht der ehemalige Schlagersänger durch seine Popularität Rechtsextremismus und Antisemitismus salonfähig und ist somit eine Gefahr für marginalisierte Menschen in Deutschland. Zudem warb Laura Müller selbst für Produkte des ultrarechten Kopp-Verlages. Es gibt also ein Bedrohungsszenario, doch das geht eben von Michael Wender und Laura Müller aus. Der Shitstorm, der im Kern vor allem zum Boykott des Shops aufruft, ist lediglich die Reaktion.

Doch davon will Halilaj offenbar nichts wissen. Laura habe „einen Mann geheiratet, den viele nicht akzeptieren. Aber das ist euer Problem“, sagt sie und vollendet damit die Täter-Opfer-Umkehr. Denn es ist vor allem das Problem aller, die unter antisemitischen Verschwörungstheorien, Rassismus und Rechtsextremismus leiden, oder auch derer, die vielleicht eine nahestehende Person durch das Coronavirus verloren haben. Denn all diesen Menschen lachen Michael Wendler und seine Laura seit Monaten ins Gesicht und sorgen dafür, dass sie einem immer größeren Klima der Bedrohung ausgesetzt sind. Dass der Millania-Shop ihnen nun einen neuen Job gibt, wertet das Verschwörungs-Pärchen nur noch weiter auf.

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Der Millania-Shop selbst hat sich übrigens bislang weder auf KURIER-Anfrage noch auf Instagram zum Thema Laura Müller geäußert und nun offenbar eines seiner Models vorgeschoben. Krisenmanagement geht anders.