Marijke Amado und vier Kinder 1994 in der „Mini Playback Show“. Imago/United Archives

Die TV-Sender surfen gerade auf der Retro-Welle. RTL hat „7 Tage, 7 Köpfe“ zurückgeholt, bei Pro7 läuft wieder „TV Total“ und Sat.1 dreht neue Folgen von „Geh aufs Ganze“. Viele TV-Fans fühlen sich dadurch in die 1990er Jahre zurückversetzt und spekulieren, welche Show es denn sonst noch zurück ins Fernsehen schaffen könnte: Das Glücksrad? Familienduell? Oder vielleicht doch die „Mini Playback Show“? Letzteres könnte sich zumindest Moderatorin Marijke Amado gut vorstellen.

Gibt es ein „Mini Playback Show“-Comeback?

Acht Jahre lang lief die Show, bei der Kinder bekannte Sängerinnen und Sänger mit deren Hits imitierten. Wirklich gesungen haben sie damals nicht - die Musik kam vom Band. Playback eben. Dennoch war die Show ein absoluter Renner. Moderatorin Marijke Amado schickte die Kinder – unter ihnen war einst auch der spätere DSDS-Gewinner Alexander Klaws – in die Zauberkugel und dort kamen sie (für das TV-Publikum) so wieder raus, dass sie aussahen, wie ihre Stars. Und dann durften sie ihre Hits vor einer Jury performen, die stets voll des Lobes war.

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Marijke Amado moderierte die „Mini Playback Show“. Imago/Star-Media

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Besonders in den ersten Jahren hatte die Sendung, die 1990 an den Start ging, gute Quoten. Das änderte sich jedoch mit der Zeit. Um der Sendung frischen Wind zu verleihen, wurde Marijke Amado 1998 durch die als Blümchen bekanntgewordene Sängerin Jasmin Wagner ersetzt. Doch weil auch unter ihr der Erfolg weiter abebbte, wurde die Sendung abgesetzt. Und dennoch glaubt Amado, dass ein Revival der „Mini Playback Show“ heute Erfolg hätte.

„Ich glaube, die Kinder von heute haben genauso ihre Idole und würden sicher auch noch gern in die Kostüme schlüpfen, um ihre Stars zu imitieren“, sagt die heute 68 Jahre alte Niederländerin. „Durch das Internet haben sie sogar noch bessere Möglichkeiten, die Auftritte zu studieren.“ Die Stars seien zwar heute andere, die Begeisterung, aber noch die gleiche.

Marijke Amado freut die Retro-Welle im Fernsehen

Dass aktuell so eine Retro-Welle durchs Fernsehen schwappt, freut Marijke Amado. „Es ist schön, dass die alten Sendungen wiederkommen und offensichtlich von den Zuschauern wieder gewünscht werden“, sagt sie. „Wir brauchen mehr Sendungen mit Herz, die anscheinend viele Zuschauer erreichen.“

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Diese sieben Comedians saßen in der ersten Folge von 7 Tage, 7 Köpfe am Pult. RTL / STEFFEN Z WOLFF / BRAINPOOL

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Doch eine Sache stört sie. Bislang sind es mit Jörg Draeger („Geh aufs Ganze“), Bernd Stelter („7 Tage, 7 Köpfe“) oder Thomas Gottschalk („Wetten, dass...?“) vor allem Männer, die mit ihren Sendungen zurückkommen und Amado würde sich auch ein Comeback von Frauen wünschen, die in den 1990er Jahren erfolgreich waren. „Da sollte es die gleichen Chancen geben“, findet sie. „Die Männer sind in der gleichen Zeit auch nicht weniger älter geworden.“

Amado ist nicht die erste Person, die kritisiert, dass Frauen im Showgeschäft, sei es Moderation oder Schauspielerei, oft im Alter ausgetauscht werden, während Männer beinahe bis zur Bahre vor der Kamera stehen können. Uschi Glas, Maria Furtwängler und viele andere Frauen äußerten sich ähnlich.

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Wie realistisch ist ein Comeback der „Mini Playback Show“?

Und doch scheint einem Comeback der „Mini Playback Show“ mehr entgegenzustehen als die bloße Tatsache, dass eine Frau die Show moderierte. Denn bereits 1996 bekam die Show den Negativpreis „Preis der beleidigten Zuschauer“, da in der Sendung „Kinder zu Sexobjekten herausgeputzt“ würden.

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Zwar ist es immer eine Frage der Umsetzung und es gibt aktuell mit „The Voice Kids“ und „Let's Dance Kids“ bereits mehrere Kinder-Formate. Doch, ob ein TV-Sender sich im Jahr 2022 eine Show ans Bein binden möchte, die mit dieser Bürde aus der Vergangenheit daherkommt, ist sicher fraglich.