Schauspielerin Kirsten Dunst hat einen deutschen Vater. imago/NurPhoto

Seit 33 Jahren steht sie bereits vor der Kamera und hat fast 60 Kinofilme und 19 TV Shows gedreht. Für viele Fans von Kirsten Dunst war es überfällig, dass die Schauspielerin endlich für einen Oscar nominiert wird. Doch nicht nur deshalb ist die Nominierung der 39-Jährigen als beste Nebendarstellerin in „The Power of the Dog“ etwas ganz Besonderes für sie. Auch ihr Lebensgefährte Jesse Plemons ist als bester Nebendarsteller nominiert. Dunst wird den Morgen der Nominierungen nie vergessen. Sie hatte gerade mit ihren Söhnen James (9 Monate) und Ennis (3) gespielt, als ihr Manager sie anrief.

Kirsten Dunst: „Ich habe angefangen zu weinen und meine Boys haben mitgeweint. Dann hat mein Handy wieder geklingelt und ich hörte die Worte ‚Jesse wurde auch …‘. Dann habe ich angefangen zu schreien und habe einfach aufgelegt.“

Sie spielen eine gebrochene und unsichere Frau, die ihre Ängste mit Alkohol betäubt. Wie schwierig ist es, eine solch intensive Rolle nicht an sich rankommen zu lassen?

Eigentlich unmöglich, wenn man so wie ich ganz in seiner Rolle aufgeht. Deshalb fühlte ich mich auch unsicherer als sonst, weil Rose so unsicher war. Ich habe mich ständig selbst hinterfragt, was überhaupt nicht meine Art ist. Ich bin nach all den Jahren eigentlich ziemlich gefestigt, was mein Schauspiel angeht.

Verkompliziert es Dinge, wenn der Film-Ehemann auch der echte Lebenspartner ist?

Im Gegenteil! Es war so wunderbar, Jesse an meiner Seite zu haben. Es war eine riesige Unterstützung für mich, diese Rolle zu meistern. Und ihn jeden Tag während der Dreharbeiten sehen zu können, Lunch mit ihm zu haben, war fantastisch.

Kirsten Dunst mit ihrem Lebensgefährten Jesse Plemons, beide sind für einen Oscar nominiert. Imago/UPI Photo

Sie sind 2015 am Set der TV-Serie „Fargo“ zusammengekommen.

Nur um es klarzustellen, wir haben uns damals angefreundet, sind aber erst ein Jahr später ein Paar geworden! Es gab keine Set-Romanze, alles sehr professionell (lacht)!

Inzwischen haben Sie zwei kleine Söhne zusammen. Verändert sich eine Beziehung, wenn man Eltern wird?

In unserem Fall hat uns das noch enger zusammengeschweißt. Wir hatten schon immer eine großartige Kommunikation, weil wir erst gut befreundet waren. Und er ist mein bester Freund geblieben. Wir ergänzen uns als Partner perfekt.

Inwiefern?

Mein Gehirn als Frau funktioniert einfach anders als seins. Ich mache mir viel mehr Sorgen und habe Angst vor Dingen, die passieren könnten. Meist völlig wahnwitzige Dinge, die nie passieren werden. So etwas gibt es in Jesses Kopf nicht und er schafft es immer, mich zu beruhigen.

Ihr Kollege Benedict Cumberbatch hat verraten, dass er während der gesamten Dreharbeiten auch privat seiner Rolle als fieser Ranchbesitzer Phil treu geblieben ist …

… weshalb wir auch kein Wort miteinander gewechselt haben. Ich habe mich schon schuldig gefühlt, als mir einmal morgens „Hi“ rausgerutscht ist. Ich musste ja in meinem Kopf auch dieses Feindbild aufbauen und diesen Dämon erstellen, der mich hasste und meinen Sohn gemobbt hat.

Was hat Sie an der Rolle gereizt?

Ich wollt schon lange einmal in einem Film von Jane Campion mitspielen. Wir hatten vor 20 Jahren schon mal Gespräche über eine Rolle, die sich damals zerschlagen hat. Ich liebe einfach, wie sie weibliche Figuren in ihren Filmen darstellt. Sie fühlen sich alle wie echte Frauen an, weil sie alle die unzensierte Sensibilität haben. Und Janes Filme haben immer besondere sexuelle Spannungen, die ich spannend finde.

Sie sind trotz Ihres jungen Alters schon über drei Jahrzehnte in Hollywood tätig. Wenn Sie zurückblicken, was ist Ihr persönliches Resümee?

Dass ich trotz dem beruflichen Auf und Ab, das für meine Industrie typisch ist, sehr stolz auf mich bin. Ich fühle mich glücklich über all das, was ich erreicht habe. All das, was ich mir hart erarbeiten musste! Es fühlt sich einfach gut an.

Kirsten Dunst in einer Szene im Film „The Power of the Dog“. Imago/Picturelux

Sie klingen sehr zufrieden mit Ihrem Leben!

Ich habe ein wundervolles Leben mit einer wunderschönen Familie. Meine Familie, meine Freunde geben mir Halt und Geborgenheit. Ich liebe es auch, zu Hause zu sein. Ich muss nicht in der Weltgeschichte herumjetten. Zumal das auch gerade schwierig wäre, weil ich ständig nur noch müde bin.

Mit zwei kleinen Jungen zu Hause, kein Wunder. Haben Sie als Mutter ein Vorbild?

Nicht wirklich. Ich navigiere als Mama instinktiv. Natürlich frage ich auch meine Freundinnen um Rat und bekomme von allen Seiten Hilfe. Wir haben oft Freunde mit Kindern zu Besuch und wir helfen uns gegenseitig. Es ist wie eine kleine Elternkommune (lacht).

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Ihr Vater Klaus ist Deutscher und Sie haben mal verraten, dass Sie in Hamburg für eine Weile in den Kindergarten gegangen sind. Sprechen Sie noch fließend?

(auf Deutsch, nahezu akzentfrei) Ich versuche es. Aber es ist kaum noch was da. (auf Englisch) Ich verstehe es viel besser, als dass ich es sprechen kann!