Schauspieler Antonio Banderas. Foto: dpa/Alex Zea

Antonio Banderas ist einer der größten europäischen Hollywoodstars. Der Leinwand-Latin-Lover aus Andalusien im Süden Spaniens, der am Montag 60 Jahre alt wird, hat mit dem Film-Mekka in Los Angeles derzeit allerdings wenig bis gar nichts am Hut. Schuld ist der 26. Januar 2017. Vor dreieinhalb Jahren erlitt er beim Sport in seinem Haus in der südenglischen Grafschaft Surrey unweit von London einen Herzinfarkt, der sein Leben total veränderte. „Der Infarkt hat mir das Leben gerettet. Plötzlich räumst du den wirklich wichtigen Dingen Vorrang ein“, bilanzierte Banderas jüngst in einem Interview.

Es gebe inzwischen einen neuen Antonio Banderas. „Vielleicht ist es nicht mal so schlecht, den (alten) Banderas zu töten“, sagte der Schauspieler der Zeitung „El Periódico“. Er ist überzeugt: „Den Infarkt habe ich mir ganz alleine eingebrockt. Weil ich Dinge gemacht habe, die mir nicht gefielen, und weil ich Projekte verteidigt habe, an die ich nicht geglaubt habe, nur weil der Produzent neben mir saß.“ Nur 15 seiner etwa 60 Filme seien wirklich gut gewesen. Eine Rolle spiele auch das Alter, räumte er ein. „Mit 60 kann ich nicht mehr den Jungen herauskehren, der gern den Zorro spielt.“

Antonio Banderas an der Seite von Catherine Zeta-Jones in „Die Maske des Zorro“. Foto: Imago-Images/Courtesy Everett/Columbia Pictures

Das bedeutet aber nicht, dass Banderas eine ruhige Kugel schiebt. Der Ex-Ehemann von Melanie Griffith bezeichnet sich weiter als „Workaholic, der ohne Arbeit nicht leben kann“, auch wenn ihm drei Stents eingepflanzt wurden. Er spielte zuletzt unter anderem die Hauptrolle im Filmdrama „Leid und Herrlichkeit“ seines Entdeckers Pedro Almodóvar und erhielt dafür mehrere Auszeichnungen für den besten Darsteller, unter anderem in Cannes, sowie den spanischen Goya-Preis.

Die meiste Zeit widmete Banderas in den Monaten vor der Pandemie aber dem von ihm gestifteten Teatro del Soho in seiner Geburtsstadt Málaga. Bei der Premiere und in späteren Aufführungen des Musicals „A Chorus Line“ trat er selbst auf. Und das tat ihm gut: „Durch das Tanzen habe ich zehn Kilo verloren. Ich fühle mich gut“, verriet er erst vor ein paar Monaten. „Ich rauche nicht mehr, ich esse nicht mehr jeden Tag Fleisch und mache mir nicht mehr so viel Stress.“ 

Antonio Banderas tanz im Musical „A Chorus Line“ in Málaga mit. Foto: dpa/Alex Zea

Seine Karriere begann für Banderas mit großem Risiko. Der Sohn eines Polizeibeamten und einer Lehrerin verließ schon mit 18 das Elternhaus in Málaga mit umgerechnet nur 90 Euro in der Tasche, um in der Hauptstadt Madrid den Durchbruch als Schauspieler zu schaffen.

Berichten zufolge wurde er Ende der 1970er-, Anfang der 1980er-Jahre neunmal aus Pensionen geworfen, weil er mit den Zahlungen für die Unterkunft in Verzug geriet. Aber dann kam Almodóvar. Zusammen schafften sie 1988 mit der Komödie „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“ weltweit den Durchbruch. Der Streifen wurde unter anderem für einen Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert – und diente Banderas als beste Visitenkarte für Hollywood.

Antonio Banderas mit seinem Freund, dem Regisseur Pedro Almodóvar. Foto: dpa/Ron Adar

Der Andalusier sprach damals nicht ein einziges Wort Englisch, er packte aber dennoch die Koffer und zog nach Los Angeles. Für seine erste Rolle in „Mambo Kings“ (1992) studierte er – ganz Kämpfer – den Text phonetisch ein, ohne ihn wirklich zu verstehen. Es klappte aber. 

Er drehte auch an der Seite der attraktivsten Frauen seiner Generation. Zum Beispiel mit Pop-Ikone Madonna in „Evita“ oder mit Catherine Zeta-Jones in „Die Maske des Zorro“ (1998). Vor der Kamera lernte er auch Melanie Griffith kennen – bei der romantischen Komödie „Two Much – Eine Blondine zuviel“ (1996). Mit ihr bekam er Tochter Stella del Carmen (23). 2014 ließen sie sich nach 18 Jahren Ehe scheiden. Kurz darauf kam er mit der deutsch-niederländischen Anlageberaterin Nicole Kimpel zusammen.