US-Rapper Kanye West will US-Präsident werden. Foto: dpa/Michael Wyke

Am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, war es mal wieder so weit: Kanye West kündigte auf Twitter an, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden. Noch dieses Jahr will er antreten. Seine Frau Kim Kardashian und Tesla-Boss Elon Musk bekundeten sofort ihre Unterstützung. Doch eine Kandidatur noch in diesem Jahr wäre schon von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Schuld daran sind das amerikanische Wahl- und das Parteiensystem. Nur wer in einem Bundesstaat die meisten Stimmen erlangt, bekommt die Wahlmänner dieses Staates zugesprochen. Die Summe der Wahlmänner bestimmt am Ende den Präsidenten. Daher haben unabhängige Kandidaten eigentlich keine Chance. Da die Republikaner mit Amtsinhaber Donald Trump ihren Kandidaten bereits haben und die Demokraten mit Joe Biden ins Rennen gehen wollen, bleibt Kanye keine Partei über.

Bei einem Treffen im Weißen Haus umarmte Kanye West Donald Trump. Immer wieder lobte er die Politik des umstrittenen Präsidenten. Foto: Imago-Images/Oliver Contreras

Zudem kommt der Rapper ein bisschen spät. Denn, in mehreren Staaten ist die Registrierung für Präsidentschaftskandidaten bereits vorbei. Würde Kanye kandidieren, würde er beispielsweise in Texas überhaupt nicht auf dem Wahlzettel stehen.

Und doch scheint aufgeben nicht zu Kanye West zu passen. Nachdem der Rapper 2016 zugab, 47 Millionen Dollar Schulden zu haben und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg auf Twitter um eine Investition von einer Milliarde Dollar anflehte, hat sich der Musiker wieder selbst hochgearbeitet. In diesem April bestätigte das „Forbes“-Magazin dem Rapper ein Vermögen von über einer Milliarde Dollar. Ein Status der Kanye wichtig war, denn nachdem er zunächst auf 890 Millionen Dollar geschätzt wurde, legte er dem Magazin Finanzunterlagen vor.

Daher scheint es denkbar, dass Kanye auch beim Kampf um den Einzug ins Weiße Haus so unnachgiebig bleibt und vielleicht 2024 einen neuen, länger vorbereiteten Anlauf plant. Für eine erfolgreiche Kandidatur sollte er sich aber eine Partei suchen. Doch ob die Demokraten sich auf einen Gag-Kandidaten einlassen, oder die Republikaner mit einem afroamerikanischen Kandidaten rassistische Stammwähler vergraulen würden, ist unklar.

Sollte Kanye doch schon bei dieser Wahl antreten, dürfte das vor allem Amtsinhaber Donald Trump, zu dem Kanye ein gutes Verhältnis pflegt, freuen. Denn als erfolgreicher Rapper hätte er das Zeug, bei jungen Wählern zu punkten und Trumps Gegner Joe Biden Stimmen zu klauen.