Ex-Bachelor Andrej Mangold ist beim „Kampf der Reality-Stars“ dabei. Foto:  Imago/Hartenfelser

Am Dienstag veröffentlichte RTL2 den Cast für die zweite Staffel „Kampf der Reality-Stars“. Auf den ersten Blick ist die Zusammenstellung der 25 Kandidatinnen und Kandidaten ein echter Volltreffer. Stars aus drei Jahrzenten, von DSDS über GNTM bis hin zu „Ex on the Beach“ und „Traumfrau gesucht“. Und dann taucht da dieser Name auf: Andrej Mangold. Der einst beliebteste Bachelor aller Zeiten, der sich im Sommerhaus der Stars als Mobbing-Pate hervortat, ist nicht mal ein Jahr später wieder im Fernsehen dabei. Ist das richtig?

Die vorrangigste Aufgabe eines Reality-Stars ist es zu unterhalten. Damit versuchte Andrej Mangold beim Wiedersehen der letzten Sommerhaus-Staffel seine Attacken gegenüber Eva Benetatou und ihrem Freund Chris Broy zu entschuldigen. Die Quote sei doch super gewesen, sagte er damals. Was nicht so super war, war hingegen sein Verhalten gegenüber Eva.

Die Geschichte zwischen Andrej und Eva begann beim Bachelor

Die Geschichte zwischen den beiden ist Trash-TV-Fans bekannt: Eva war Kandidatin in seiner Bachelor-Staffel und schaffte es ins Finale. Dort lief zwischen Eva und Andrej sogar etwas – je nachdem wen man fragt, mehr oder weniger. Eva plauderte aus, dass sie mit Andrej geschlafen habe, stichelte auch immer wieder gegen Andrej und seine auserwählte Jenny Lange. Die schossen zurück.

Den Höhepunkt erreichte das im Sommerhaus 2020, das coronabedingt nicht in Portugal, sondern im nasskalten Deutschland stattfand. Andrej und Jenny waren von Beginn an im Haus, Eva und Chris kamen als Nachrücker und hatten direkt das ganze Haus gegen sich. Andrej und Jenny brachten fast alle Kandidaten-Paare gegen die Nachrücker auf. Eva und Chris konnten scheinbar nichts richtig machen. Kochen war falsch, nicht kochen auch. So zog sich das durch. Andrej lenkte die Mobbing-Attacken wie ein Puppenspieler.

Chris Broy und Andrej Mangold tafen im „Sommerhaus der Stars“ aufeinander, nun erneut beim „Kampf der Reality-Stars“. Foto TVNow

Noch während der Aufzeichnungen sagte Andrej in die Kameras: „Das kannst du gar nicht schlecht schneiden“ und machte später doch den schlechten Schnitt dafür verantwortlich, dass er so unsympathisch rüberkam.

Das Echo war verheerend. Andrej Mangold, einst vom Pocast „Niemand muss ein Promi sein“ als „größter Bachelor aller Zeiten“ tituliert, verlor zahlreiche Werbepartner, und bekam einen schlimmen Shitstorm. Bis heute sind die Kommentare auf seiner Instagram-Seite eingeschränkt.

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Dass es Drohungen gegen ihn und seine Familie gibt, verurteile ich scharf. Das bringt niemandem etwas. Vielmehr gibt es Andrej Mangold das Recht, sich als Opfer zu fühlen und vom Ursprungsthema abzulenken. Und das waren die Mobbing-Attacken gegen Eva (und Chris). Sinnvoll hingegen schien mir, wie Werbepartner und Produktionsfirmen zunächst zu reagieren schienen: sie distanzierten sich. Der ehemalige Basketball-Profi Mangold, der aktuell noch für die RheinStars Köln in der drittklassigen ProB spielt, bekam also zu spüren, dass sein Verhalten nicht im luftleeren Raum stattfindet und sein Handeln in Reality-Formaten auch Konsequenzen im wahren Leben hat.

Von den Machern von „Kampf der Reality-Stars“ hat Andrej Mangold nun eine zweite Chance bekommen. Und aus Unterhaltungs-Sicht ist das durchaus verständlich. Schließlich haben sie nicht nur den Ex-Bachelor, sondern auch Chris Broy verpflichtet. Die Macher wollen die Geschichte aus dem Sommerhaus weitererzählen. Genauso wie sie im vergangenen Jahr die Sommerhaus-Feindschaft zwischen Willi Herren und Johannes Haller weitererzählen wollten.

Ist die Entscheidung der „Kampf der Reality-Stars“-Macher moralisch vertretbar?

Moralisch liegt diese Entscheidung aber ein bisschen schwer im Magen. Nicht mal ein Jahr ist der Sommerhaus-Dreh her. Hat Andrej Mangold tatsächlich aus dem Feedback, dass er nach dem Sommerhaus von Werbepartnern erhalten hat, Schlüsse gezogen? Hat er seinen Fehler eingesehen und ist bereit für die zweite Chance? Ein Blick auf seinen Instagram-Account wirkt nicht so. Nach einer dürftigen „Entschuldigung“, die auch nicht wirklich in Evas Richtung gerichtet war, kam nichts mehr. Nur Fotos von Shootings mit Kalendersprüchen. Dazu bestärkende Kommentare von Ex-DSDS-Sternchen Annemarie Eilfeld, ihrem Freund Tim Sandt, sowie dem Youtuber-Pärchen Lisha und Lou – kurz gesagt: der Sommerhaus-Mobbing-Gang.

Andererseits ist Andrej Mangold kein Einzelfall. Auch Matthias Mangiapane und Carina Spack wurden nach ihren fiesen Aktionen gegen Claudia Obert bei „Promis unter Palmen“ einige Wochen und Monate von Werbepartnern und Produktionen links liegen gelassen. Doch das ist längst vorbei. Spack durfte sich beim Promi-Boxen duellieren und Mangiapane ist derzeit, trotz mehrfacher Aussetzer in der Zwischenzeit, dabei zu beobachten wie er mit seinem Mann Hubert Fella für RTL2 an einer Art Supermarkt-Wettbewerb teilnimmt.

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Es gibt keine Zeitleiste für moralische Läuterung. RTL2 und die Produktionsfirma Banijay sehen nun zumindest den Moment gekommen, an dem Andrej Mangold wieder einem größeren Publikum zuzumuten ist. Wie er seine zweite Chance nutzt, bleibt ihm alleine überlassen. Andrej Mangold könnte zeigen, dass er seinen Fehler eingesehen hat – oder er schießt gegen Chris, dass der doch nur wegen ihm da sei. Diesen Größenwahn kennen wir aus dem Sommerhaus. Immerhin dürfte der Ex-Bachelor aber nun wissen: Das man auch den einstmals „größten Bachelor aller Zeiten“ schlecht schneiden kann, wenn er sich nur schlecht genug benimmt.