Jochen Busse freut sich auf seinen Auftritt im Schiller-Theater.

Foto: Christian Schulz

Rampensau, das Wort mag Jochen Busse gar nicht. „Weder Erz, noch Rampe noch Sau. Mit Leib und Seele Schauspieler“, so beschreibt sich der Kabarettist im KURIER-Interview selbst. Dabei ist er mindestens eine Erz-Rampensau – im besten Wortsinn. Und genau darum darf Jochen Busse auch wieder ran. Der 79-Jährige eröffnet am 12. August gemeinsam mit seinem Kollegen Hugo Egon Balder (70) die Komödie am Kurfürstendamm im Schiller-Theater wieder – nach Monaten ohne Vorstellungen. Das Stück „Komplexe Väter“ über zwei grundverschiedene, aber exakt gleich große Männer, die eine gemeinsame Tochter haben, ist eine Wiederaufnahme. Sie wird coronabedingt unter verschärften Bedingungen gespielt.

Berliner KURIER: Herr Busse, wie geht es Ihnen?

Jochen Busse: Im Sommer geht’s mir immer gut.

Sie und Ihre Lieben sind hoffentlich gesund geblieben?

Ja. Bisher sind wir gut durch die Krise gekommen. Auch in meinem Freundeskreis gab es keine Corona-Fälle.

Sie dürfen nach Monaten coronabedingter Pause das Schiller-Theater wiederöffnen. Eine Genugtuung?

Von Genugtuung kann nicht die Rede sein. Mir hat ja niemand was Böses getan. Ich freue mich, dass ich endlich wieder auf der Bühne stehen kann, und frage mich, ob ich’s noch kann. Eine so lange Pause hatte ich seit meiner Anfängerzeit am Theater nicht mehr.

Corona wird ein Thema sein – ein heiteres.

Jochen Busse

Mit demselben Stück standen Sie ja schon auf ebendieser Bühne. Was genau wird jetzt anders?

Der Anstand gebietet Abstand – und das auch auf der Bühne!

Und die Inszenierung?

An all den Stellen, wo wir uns auf der Bühne zu nahe kommen. Aber natürlich wird sich auch textlich einiges verändern.

Corona-Witze wird es aber nicht geben?

Natürlich wird auch Corona ein Thema sein – und zwar ein heiteres.

Jochen Busse und Hugo Egon Balder (r.) im Stück „Komplexe Väter“ in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller-Theater (Regie: René Heinersdorff). Foto: Bo Lahola

Die Komödie verzeichnet große finanzielle Verluste, inwiefern trifft das auch auf Sie zu?

Natürlich habe ich in den Monaten, in denen ich nicht gespielt habe, keine Einnahmen gehabt. Ich hätte Gastspiele in Hamburg, Bonn und Stuttgart gehabt. Jeweils circa 8 Wochen. Das ist alles ausgefallen.

Aber wenigstens geht es mit der Kunst wieder voran ...

Ja, man kann wieder Ausstellungen sehen, die Kinos haben wieder offen. Es geht bergauf!

Was sagen Sie eigentlich Katharina Thalbach? (Die hat das Pech, dass ihre Inszenierung „Mord im Orientexpress“ derart teuer ist, dass sie vorerst auf Eis liegt)

Schade, Katharina, und bleib gesund!

Und welcher Aspekt der Corona-Pause war am Ende doch für etwas gut?

Ich habe mich intensiver um meine Rosen kümmern können.

Tickets gibt es ab 13 Euro unter Tel.  030/88591188