Die Schauspielerin Janina Hartwig feierte im Juni ihren 60. Geburtstag. Angelika Warmuth/dpa

TV-Schauspielerin Janina Hartwig blickt nach 15 Jahren etwas wehmütig auf ihre Rolle in der ARD-Serie „Um Himmels Willen“ zurück. „Das kommt schon vor, dass die Leute mich als Schwester Hanna grüßen“, sagte die 60-Jährige der Augsburger Allgemeinen. Dies sei eine schöne Bestätigung für gute Arbeit. „Die Serie begleitete mich einen großen Teil meines Lebens.“

Nun sei sie aber auch froh, Zeit für neue Projekte zu haben. In Cornwall habe sie die Dreharbeiten für eine Rosamunde-Pilcher-Verfilmung „in dieser traumhaften Gegend genossen“. Die Zuschauer wollten „die schönen Landschaften sehen, wissen, die Geschichten gehen immer gut aus. Kurz, sie können eineinhalb Stunden träumen“, sagte Hartwig.

Geboren und aufgewachsen ist Janina Hartwig in Ost-Berlin

Geboren und aufgewachsen ist Hartwig in Ost-Berlin, damals Hauptstadt der DDR. Schon als Kind gefiel es ihr, im Rampenlicht zu stehen, am liebsten in der Manege. „Zirkus war immer meine Leidenschaft. Mein Mädchen-Traum war es, Artistin zu werden“, verriet sie vor einigen Jahren. Trapez-Künstlerin wurde sie nicht, dafür studierte sie an der Staatlichen Hochschule für Schauspielkunst in Berlin und nahm Gesangs- und Tanzunterricht.

Schauspieler Janina Hartwig und Fritz Wepper in der ARD-Serie „Um Himmels Willen“ Imago Images

1981 wurde sie am Staatsschauspiel Dresden engagiert und blieb dort bis 1989. Nach dem Mauerfall spielte sie mehrere Jahre lang bei den Luisenburg-Festspielen im oberfränkischen Wunsiedel. Auch beim Fernsehen wurde man auf die junge Schauspielerin aufmerksam. 1978 bekam sie eine Rolle im TV-Film „Disco mit Einlage“. Viele weitere Auftritte in Filmen und Serien folgten, etwa als Lehrerin in „Der Bergdoktor“ oder als Ärztin in „Bei aller Liebe“. Ab 2007 wurde die Münchnerin dann der neue Star beim Quotenrenner „Um Himmels Willen“ im Ersten, eine Rolle, die ihr 2010 den Bambi und die Goldene Henne bescherte.

Nun also mit 60 ein neuer Lebensabschnitt, in den Hartwig mit Freude und Zuversicht blickt. „Ich hatte immer wieder Anfragen für andere Rollen, die ich aber nicht machen konnte, weil ich „Um Himmels Willen“ drehte“, sagt sie. Angst vor Langeweile hat sie nicht, schon allein weil sie endlich wieder Kunst und Kultur genießen möchte, hatten die monatelangen Schließungen wegen der Corona-Pandemie sie doch sehr bedrückt. „Ich brauche Kunst, ich brauche Kultur. Das ist für mich überlebenswichtig“, sagte die Münchnerin im Frühjahr. „Das brauchen wir wie Essen und Trinken, nur durch Kunst und Kultur sind wir zu Menschen geworden.“

„Krisen sind dazu da, um bewältigt zu werden“, sagte sie mal in einem Interview. Private wie berufliche Veränderungen habe sie stets als Bereicherung wahrgenommen. „Man kann auch Glück nicht festhalten. Versucht man es trotzdem, ist es auch schon entfleucht.“