Jan Josef Liefers Foto: Imago/Star Media

Schauspieler Jan Josef Liefers ist einer der Köpfe, die für die umstrittene Kampagne #allesdichtmachen stehen. In einem Video kritisiert der beliebte „Tatort“-Schauspieler die Corona-Politik der Bundesregierung wie Dutzende mehr oder minder bekannte Darsteller. Die Aktion wurde massiv kritisiert, viele Teilnehmende haben ihre Videos zurückgezogen und sich von der Aktion distanziert.

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Nun rudert Liefers in einem Interview mit der ZEIT ein wenig zurück, rechtfertigt seine Teilnahme aber im gleichen Atemzug „Ich will die Form dieser Kampagne gar nicht so verbissen verteidigen", sagt er. Ihm sei „total klar, dass man sie vollkommen daneben finden kann." Aber eins lasse sich „auch nicht von der Hand weisen: Irgendeinen neuralgischen Punkt haben wir berührt“, meint Liefers.

Der Schauspieler erinnert daran, dass er in der DDR groß geworden ist. Er sei damit aufgewachsen, „dass es Wind von vorne gibt, wenn man sich zu Politik und Gesellschaft äußert. In der DDR wäre ich für so ein Video wahrscheinlich in den Knast gekommen.“ Die DDR-Verhältnisse setzt er in Bezug zur Wirklichkeit in Deutschland: „Aber auch das, was wir hier erleben, ist nicht schön“, sagt der Schauspieler weiter.

„Heute erklärt nicht mehr der gute alte Klassenkampf die Welt, sondern heute gibt es einen Bubble-Kampf, zwischen Angehörigen verschiedener Meinungsblasen. Und das Verrückte ist, dass Leute, die tief in solchen Bubbles sitzen, gar keinen Schimmer mehr von der Welt ihrer Nachbarbubble haben. Das führt zu einer nahezu totalitären Argumentation, bei der es ums Rechthaben, auch ums Zerstören des anderen Standpunkts geht.“

Als Reaktion auf #allesdichtmachen hatte die Notfallmedizinerin Carola Holzner die Kampagne „alle mal ne Schicht machen“ ins Leben gerufen: eine Aufforderung, sich in ihrer Klinik auf der Intensivstation anzuschauen, wie die Mediziner und Pflegekräfte dort arbeiten. „Ich habe mich schon angemeldet“, sagt Liefers nun.