Im Studio bei „Bares für Rares“: Eva Schneider und Tobias Lauterbach mit Moderator Horst Lichter und Expertin Wendela Horz. Foto: ZDF

Manchmal sind es die recht unscheinbaren Objekte, die bei „Bares für Rares“ für einen echten Geldsegen sorgen – diese Erfahrung durfte jetzt ein junges Pärchen machen, die mit einer echten Antiquität in die beliebte ZDF-Show kamen. Dabei stand die Schatulle, die Eva Schneider und Tobias Lauterbach an den Mann bringen wollten, über Jahre auf dem Schreibtisch eines Familienmitgliedes. Schon die Expertise übertrifft ihre kühnsten Vorstellungen – doch im Händlerraum kommt es zum Schock.

Sie wollen 400 Euro für die Schatulle, aber dann kommt es ganz dicke...

„Wir haben eine Schatulle mitgebracht, die schon sehr, sehr alt ist“, sagt Kandidatin Eva. „Und wir würden gern mehr darüber erfahren, weil ich sie geerbt habe und gar nichts über sie weiß.“ Bei der Expertise kommen die ersten Informationen aus Tageslicht – und die sind erstaunlich. Goldschmiedin Wendela Horz beäugt das Kunstobjekt. „Das ist ein ganz besonderes Stück. Ich freue mich sehr, dass Sie das mitgebracht haben“, sagt sie. „Es gefällt mir ausnehmend gut.“

Lesen Sie dazu auch: „Bares für Rares“: Dieser Rekord-Verkauf war der teuerste der Show-Geschichte! >>

Es handelt sich bei dem Kästchen um eine Schmuckschatulle, hergestellt aus Bronze und vergoldet. Die Grundform oval, verziert mit Nischenfiguren, Blumengirlanden und einer feinen Emaille-Malerei. „Obenauf ist eine Figur zu sehen, die Venus mit Armor zeigt. Und die ganze Dose ist von Hand graviert mit Blütenmotiven.“ Woher sie stammt? Der Künstler, der sie schuf, ist Jean-Pierre-Alexandre Tahan – der Kunsttischler von Napoleon II.! Er habe auch verschiedene Objekte für den Kaiserhof geschaffen.

Sogar die Expertin bei „Bares für Rares“ ist beeindruckt

Entstanden sei die Schatulle um 1850 in Paris. Der Staub der Jahrhunderte habe sich abgelagert, hier und da sei die Vergoldung etwas abgerieben. „Aber sonst ist sie in einem sehr guten Zustand“, sagt Horz. „Und besonders schön ist: Der Schlüssel ist noch da, das gibt es selten.“ Dass die unscheinbare Kiste ein so besonderes Objekt ist, hätten auch die Verkäufer nicht vermutet. „Ich habe sie von meiner Grontante geerbt, sie stand bei ihr über Jahre auf dem Schreibtisch“, sagt Eva.

Die Schatulle stand jahrelang auf dem Schreibtisch der Großtante einer Kandidatin von „Bares für Rares“. Foto: ZDF

Was will sie dafür haben? „Unser Wunschpreis lag bei 400 Euro“, sagt sie. Doch die Expertise übertrifft die Vorstellungen weit. „Diese Schatullen werden zu sehr unterschiedlichen Preisen gehandelt“, erklärt Horz. „In dem Zustand würde ich sie beurteilen mit 1200 bis 1500 Euro.“ Die Verkäuferin geschockt: „Damit hatte ich nicht gerechnet, dass das Schatüllchen doch so wertvoll ist.“ Ihr Verlobter Tobias ergänzt: „Die Expertise ist super gelaufen. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass es wirklich so wertvoll ist.“

Lesen Sie dazu auch: „Bares für Rares“: 2000 Euro für einen Teddy ... und DAS ist der irre Grund >>

Also: Ab in den Händlerraum. Und hier wird der brillanten Expertise das Krönchen aufgesetzt. Denn alle fünf Händler interessieren sich für die Schatulle. Walter „Waldi“ Lehnertz bietet 80 Euro, sein Allzweck-Preis. Wolfgang Pauritsch steigt mit 800 richtig ein. Schnell geht es hoch auf 1000, 1200, 1500, 2000. Dann fällt zuerst die 3000er-Marke, später knacken die Händler auch die 4000-Euro-Grenze.

Der Wunschpreis der „Bares für Rares“-Kandidatin wurde verzehnfacht

Für 4100 Euro geht die Schatulle dann an Pauritsch. Der Wunschpreis wurde verzehnfacht, die Expertise mehr als verdreifacht. „Die Händler haben sich gegenseitig hochgeboten, es waren alle fünf interessiert“, sagt Eva abschließend. Ihr Verlobter ergänzt: „Und das lustige ist: Die ganze Familie hat danebengelegen, es ist viel mehr Geld geworden!“ Auch Objekte, die über Jahre herumstanden, sind also nicht zu unterschätzen…