Eric Braeden spielt seit 1980 bei „Schatten der Leidenschaft“. Foto: Imago/Independent Photo Agency Int.

Ein deutscher Star schreibt Hollywood-Geschichte. Ja, er hat sogar einen Rekord aufgestellt, der für das Showbusiness einmalig ist. Trotzdem können in seiner Heimat nur wenige etwas mit dem Namen Eric Braeden – oder gar seinem bürgerlichen Namen Hans Gudegast – etwas anfangen. Es sei denn, man kennt die Dauerbrenner-Serie „Schatten der Leidenschaft“ (Originaltitel „The Young and the Restless“), in der der Mann aus Bredenbeck (Schleswig-Holstein) seit über 40 Jahren mitspielt. Diese Woche wird er groß gefeiert. Braeden wurde am 3. April 80 Jahre alt.

Der Auswanderer (er siedelte 1959 in die USA über) machte sich einen Namen (damals noch als Hans-Jörg  Gudegast) mit Gastrollen in Primetime-Serien wie „Gunsmoke“, „Kojak“, „Mannix“ und „Charlie’s Angels“. Als „Schatten der Leidenschaft“ an ihm 1980 Interesse zeigte, fürchtete Braeden, dass ihn das auf’s Karriere-Abstellgleis führen würde. Erst als sein Kollege Dabney Coleman („9 to 5 – Warum eigentlich bringen wir den Chef nicht um“) ihm zuredete, bei der wochentäglichen Morgensendung einzusteigen, sagte er zu. Und wurde zum „Ironman der Seifenopern“.

Der Grandseigneur mit dem Frauenschwarm-Flair gibt zu, dass die Vollzeit-Beschäftigung zu seinem Selbstvertrauen als Schauspieler beitrug. Was Braeden am meisten schätzt: „Die tiefe Verbindung zu unseren treuen Zuschauern. Wir treffen viele von ihnen und dann wird einem klar, warum man diesen Job macht. Nicht um Geld zu verdienen, sondern um zu unterhalten.“

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Seinem runden Geburtstag sieht Braeden mit gemischten Gefühlen entgegen: „80 ist eine Zahl, über die ich lieber nicht nachdenken will. Dennoch bin ich stolz darauf.“ Zumal er leicht als 60er durchgehen kann. Das Geheimnis seines Jungbrunnens ist ein tägliches Workout-Programm: „Ich boxe. 100 Links-rechts-Kombinationen, 100 Haken und 100 Uppercuts. Dann mach ich noch ein paar Unterarmstützen.“

Braeden war nie jemand, der sich auf seinen Lorbeeren ausgeruht hat: „Ich habe schon früh gelernt, dass erst am Ende abgerechnet wird. Deshalb muss man immer weitermachen, weiter fighten, weiter arbeiten und niemals aufgeben. Das Schlimmste, was man tun kann, ist rumsitzen. Wie sagt das alte Sprichwort, ‚Wer rastet, der rostet‘!“

Langlebigkeit erstreckt sich vom Privatleben – Braeden ist seit 55 Jahren mit der Innenarchitektin Dale Russell (78) verheiratet – über sein künstlerisches Erbe (Sohn Christian Gudegast (51) ist Filmregisseur) bis zu seinem menschlichen Credo: „Ich bin der, der ich immer war. Ich habe mich nicht groß verändert.“ Braeden liebt sein Leben, seine Kollegen am Set, seine Familie und Freunde. Der Gedanke daran, in Rente zu gehen, würde ihm nie kommen: „Zur Hölle, nein! Ich mache so lange weiter, wie es nur geht.“