Mark Wahlberg ist kein knallharter Leinwandstar. Imago Images/Zuma Wire

Ursprünglich wurde Mark Wahlberg in einer Filmversion der Videogame-Serie „Uncharted“ die Hauptrolle des Nathan Drake angeboten. Doch das Projekt zog sich jahrelang hin – zu lange. Als es endlich grünes Licht bekam, entschied der 50-Jährige, dass er die Rolle lieber seinem jüngeren Kollegen Tom Holland überlässt und selbst den Part von dessen älterem Partner Victor „Sully“ Sullivan übernimmt.

Mark Wahlberg: Ich hätte als Nathan Drake zu sehr meine Knochen hinhalten müssen. Als „Sully“ halte ich die Fäden in der Hand und lasse die Jüngeren ran.

Dabei sind Sie doch körperlich in Topform!

Meine biologische Uhr tickt. Auch für mich wird es mit zunehmendem Alter immer schwieriger, solch körperlich anspruchsvolle Rollen zu spielen. Ich habe nur noch ein paar wenige Actionfilme in mir. Deshalb habe ich dann auch Tom die Hauptarbeit bei den Kämpfen und Stunts überlassen.

Der Film basiert auf einem Videospiel. Kannten Sie das schon, bevor Sie für die Rolle zugesagt haben?

Die „Uncharted“-Besetzung: de Ruben Fleischer, Mark Wahlberg, Tom Holland, Antonio Banderas und Sophia Taylor Ali. Imago Images/Prod.DB

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Ich hatte zwar von den „Uncharted“-Videogames gehört, gespielt hatte ich sie aber nie.

Auch nicht als Rollenvorbereitung?

Nein. Ich wollte nicht süchtig danach werden und die ganze Zeit nur vorm Bildschirm hocken. Ich habe schon genug Probleme, meine Zeit einzuteilen und allen wichtigen Dingen im Leben genug Aufmerksamkeit zu schenken. Ich habe mir dann natürlich die Spiele besorgt, um sicher zu gehen, dass wir alles richtig machen.

Tom Holland hat gesagt, dass Ihr muskulöser Oberkörper ihn dazu inspiriert habe, wie ein Besessener vor Drehbeginn zu trainieren. Haben Sie ihm Tipps gegeben?

Er hat von mir Ernährungstipps und Sportnutrition bekommen. Alles was er brauchte. Ich habe ihm auch freien Zutritt zu meinem Privat-Gym bei mir zu Hause gegeben und ihm das Angebot macht, zusammen zu trainieren. Das hat er allerdings nicht angenommen.

Warum das denn nicht?

Ich glaube, er hat befürchtet, dass ich ihn zu sehr pushen würde. Dass ich ihn dazu zwingen könnte, dasselbe Workout-Programm durchzuziehen, das ich mache. Das ist nicht gerade einfach.

Und hätten Sie das wirklich?

Auf keinen Fall. Jeder muss bei seinem Training sein eigenes Tempo gehen. Und mein Pensum, das hätte ich Tom nie zugemutet!

Im Film sind Sie Katzenliebhaber. Haben Sie Haustiere?

Wir haben zwei Hunde. Champ ist ein Zwergspitz. Allerdings leidet er unter Größenwahn. Er hält sich für einen Rottweiler (lacht).

Das heißt?

Er attackiert und beißt jeden Fremden, der zu uns ins Haus kommt. Und er hat ein ziemlich aufbrausendes Temperament! Deshalb haben wir ihn auf die Hundeschule geschickt. Zusammen mit unserem zweiten Hund JoJo. Er ist ein Zwergspitz-Husky-Mischling – ein Pomsky.

SIE haben zwei Schoßhündchen? Irgendwie schwer vorstellbar!

Früher hatte ich immer nur große Hunde. Doch mit denen gab es immer Schwierigkeiten, sie abzurichten und insbesondere, sie stubenrein zu bekommen. Deshalb kam für mich auch nur noch ein kleinerer Hund infrage, als meine Kinder und Frau unbedingt ein Haustier wollten.

Mark Wahlberg und Tom Holland in einer Szene des Films „Uncharted“. Sony Pictures/AP

Und wie kamen Sie gerade auf einen Zwergspitz?

Das war Zufall. Als wir dann zusammen in Beverly Hills unterwegs waren, hielt jemand einen Zwergspitz im Arm. Ich habe dem Herrchen die wichtigste Frage überhaupt gestellt: „Wie groß sind die Hundeköttel?“. Er hat mir versichert, dass sie winzig, nicht größer als ein M&M sind.

Warum war das für Sie so wichtig?

Damit ich weiß, was auf die Kids zukommt, wenn sie mit dem Hund Gassi gehen. Das überlasse ich nämlich allein ihnen. Ich bin leider nicht in der Lage, Hundekot selbst aufzusammeln.

Warum das nicht?

Ich habe einen sehr sensiblen Magen und fange schon reflexartig an zu würgen, wenn ich nur in die Nähe eines Hundehaufens komme. Ich habe einen Ruf als taffer Filmstar zu verlieren und kann in den Augen meiner Kinder doch kein Softie sein!

Fällt es Ihnen grundsätzlich leicht, wichtige Dinge an andere zu delegieren? Oder sind Sie eher der Typ Mikro-Manager?

Ich versuche schon, manchmal Dinge an andere abzutreten. Aber ich bin ein Perfektionist und will die Dinge genau so, wie ich sie gewöhnt bin. Deshalb reiße ich eine Sache, die ich gerade erst delegiert habe, oft sofort wieder an mich. Ich kann mir nicht helfen.