Vor 50 Jahren ging Ilja Richter mit der Sendung „Disco“ an den Start. Die Sendung wurde Kult, der Moderator über Nacht ein Star. Foto: Imago/United Archives

„Licht aus, Spot an!“ Vor 50 Jahren war dieser legendäre Spruch von Moderator Ilja Richter (68) erstmals im deutschen Fernsehen zu hören, als die ZDF-Sendung „Disco“ startete. Die Rock- und Pop-Show, von der 133 Folgen bis 1982 liefen, ist bis heute Kult. Genauso wie Richter, der mit dem „Disco“-Start vor 50 Jahren als damals 18-Jähriger über Nacht zum Star wurde. Das Jubiläum will er dennoch nicht feiern. Nicht nur, weil Richter sich über die Spätfolgen seiner „Disco“-Ära ärgert. Er ist gerade dabei, wieder Weihnachten zu feiern!

Auch wenn der Heiligabend seit zwei Monaten vorbei ist, soll es Menschen geben, die von dem Fest nicht genug bekommen können. Allerdings muss sich Richter derzeit aus beruflichen Gründen in Weihnachtsstimmung bringen. Denn der Berliner ist im bayerischen Oberstdorf, wo der Film „Alice im Weihnachtsland“ für das ZDF gedreht wird. Eine schöne Herzschmerz-Geschichte, in der neben Richter auch Ayba Era („Notruf Hafenkante“), Jutta Speidel und Nina Hoger mitspielen.

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In die Drehtage fiel auch der 50. „Disco“-Geburtstag. Am 13. Februar 1971 lief die erste Folge der Musikshow, in der Richter Stars wie ABBA, T.Rex, Rod Stewart, Boney M. oder Schlager-Sterne wie Marianne Rosenberg oder Udo Jürgens präsentierte. Zwischen den Künstlerpausen trat der Berliner in Sketchen auf, die er sich mit seiner Mutter ausgedacht hatte.

Ilja Richter feiert auf der Bühne als Schauspieler und Sänger Erfolge, steht gerade für einen ZDF-Weihnachtsfilm vor der Kamera.  Foto: Imago/Photopress Müller

Auch wenn die „Disco“ Ilja Richter im Westen wie im Osten Deutschlands berühmt machte, will er heute über die Sendungen nicht gerne sprechen, deren Folgen noch vor Jahren im einstigen Sender ZDF-Kultur (jetzt ZDF-neo) erneut mit Erfolg zu sehen waren. Und genau die Wiederholungen sind der Grund. Richter kritisierte vor kurzem in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, dass das ZDF sein Erbe „ausgeschlachtet“ habe. 3500 Wiederholungen seien gezeigt worden, für die er keine Entlohnung erhielt. Eine Klage gegen das ZDF wurde im Sommer 2020 abgewiesen.

Wenn Ilja Richter vom Weihnachtsfilm-Dreh nach Berlin zurückkehrt, hofft er wie viele Künstler, dass der Corona-Lockdown gelockert wird und er bald wieder auf der Bühne auftreten darf. Unter anderem mit seinem Programm „Lieblingslieder“, in dem der einstige „Disco“-Mann nun seine privaten Favoriten vorträgt, zu denen Songs von Georg Kreisler, Manfred Krug, Udo Jürgens oder Albert Hammond gehören.