Barbara Salesch gehörte zu den wichtigen Persönlichkeiten im Nachmittags-TV-Programm. Ihre Show „Richterin Barbara Salesch“ ist noch heute legendär. Foto: imago/Horst Galuschka

Sie hatte über Jahre einen festen Platz im Nachmittags-TV-Programm, arrangierte sich im Kampf um Sendeplätze mit ihrem Kollegen Alexander Holt und Psychologin Angelika Kallwass: Richterin Barbara Salesch. Die Juristin mit den feuerroten Haaren, die nicht nur für Staats- und Rechtsanwälte immer einen flotten Spruch auf den Lippen hatte, flimmerte mehr als 2000 Mal über die Mattscheiben. Aber: Wie geht es der TV-Richterin heute?

Richterin Barbara Salesch führte durch mehr als 2300 Verhandlungen

Allein die Zahlen sind unglaublich: Laut Berichten führte Barbara Salesch von 1999 bis zum Jahr 2012 in insgesamt 2100 Sendungen durch satte 2356 Verhandlungen. Über Jahre war sie im Fernsehen präsent, ein Star im Nachmittagsprogramm – doch dann plötzlich verschwunden. Auf eigenen Wunsch habe sie sich aus dem Fernsehen zurückgezogen, heißt es.

Und heute? Zuletzt wurde über Salesch berichtet, als sie im vergangenen Jahr ihren 70. Geburtstag feierte.  Heute ist sie 71 Jahre alt, lebt in Petershagen in Ostwestfalen, heißt es. In einem Haus, das sie über das Internet entdeckte. „Ich dachte, ein bisschen Streichen und Einrichten, da bin ich in drei Wochen fertig. Es wurden zwei Jahre, bis ich mit dem Gröbsten durch war“, erzählte sie in einem Interview.

Auf Portalen wie Youtube kann man die alten Folgen noch anschauen.

Video: Youtube

Das Grundstück ist 7500 Quadratmeter groß, es gibt sogar ein Atelier – denn Salesch macht Kunst! „Meine künstlerischen Arbeiten zeichnen Farbe, Form, Kraft und Bewegung aus. Wenn ich meine, etwas ist fertig, kommt es für einen Monat zur Kontrolle in meine Wohnung. Wenn mich in der Zeit nichts daran stört, dann passt es. Sonst geht es zurück ins Atelier. Das halte ich so seit 30 Jahren.“ Nach ihrem TV-Aus studierte sie sogar noch einmal Kunst in Bad Reichenhall.

Rechtsanwältin Kirsten Klingenberg (l.), Richterin Barbara Salesch und Staatsanwalt Bernd Römer während eines Pressetermins anlässlich der 1500. Folge von „Richterin Barbara Salesch“. Foto: imago/T-F-Foto

Und: Es gibt niemanden, der sie bei der Arbeit stören könnte, denn Salesch ist ledig und hat keine Kinder. „Zuhause will ich keine Regelmäßigkeiten. Also keine Kinder oder Ehemänner in der Bude, die 365 Tage im Jahr versorgt werden müssen“, sagt die Ex-TV-Richterin dazu. „Das könnte ich nicht und das würde mich auch zu sehr einschränken. Zu Besuch - ja klar!“

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Dass ihre Auftritte in der Gerichtsshow den Juristen-Alltag nachhaltig prägten, ist Salesch übrigens bewusst, verrät sie. „Ich wurde je nach Bedarf genutzt. Mal gab es Vorwürfe, wenn es im realen Gerichtssaal zu hoch her ging: Wir sind hier nicht bei Barbara Salesch. Dann hieß es, wenn Zeugen, besonders Jugendliche, beruhigt werden sollten: Kennst Du doch von Barbara Salesch.“