Die Schauspielerin Sandra Bullock kehrt Hollywood den Rücken. an West/PA Wire/dpa

„Ich bin ausgebrannt!“ Im März hatte Sandra Bullock durchblicken lassen, dass sie eine Hollywood-Auszeit plant. Im Interview mit dem „Hollywood Reporter“ enthüllte die Oscar-Gewinnerin jetzt, dass es sogar möglich ist, dass sie auf Dauer die Schauspielerei an den Nagel hängen könnte.

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Vorerst will „Sandy“ erst einmal im Leben nach ihrer eigenen Pfeife tanzen: „Ich will  mich nicht mehr nach den Terminkalendern von anderen richten müssen, sondern nur noch nach meinem eigenen.“ In den letzten Jahren war der zweifachen Mutter der Spagat zwischen Karriere und Kindererziehung – sie hat Sohn Louis (12) und Tochter Laila (10) adoptiert – zu schwierig geworden: „Ich bin so müde und nicht mehr in der Lage, gesunde und kluge Entscheidungen zu treffen. Und dessen bin ich mir bewusst!“

Mit dem Film „Während du schliefst“ wurde Sandra Bullock in Hollywood berühmt. Imago Images/Everett Collection

Die 57-Jährige ist dankbar für ihren Erfolg als Schauspielerin. Inzwischen sieht sie aber auch, dass ihre Karriere negative Auswirkungen auf ihr Privatleben hat: „Ich habe das Glück gehabt, durchgehend arbeiten zu können. Doch dann habe ich realisiert, dass das für mich der einzige Fokus wurde. Es war so, als würde ich immer wieder den Kühlschrank aufmachen und in diesem nach etwas suchen, was da noch nie drin war.“

Sandra Bullock ist dankbar für ihren Erfolg als Schauspielerin

Den Entschluss, aus dem Rampenlicht treten zu wollen, traf Bullock nach einer Konversation mit sich selbst: „Ich habe zu mir gesagt: ‚Hör auf, hier weiter nach etwas zu suchen, was nicht existiert. Du hast doch schon alles, was du brauchst. Du musst es nur finden, schätzen und okay damit sein, dass du dir nicht mehr durch deine Arbeit Selbstbestätigung holen musst!“

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Bullock wird im August zusammen mit Brad Pitt in der Actionkomödie „Bullet Train“ zu sehen sein. Das könnte ihre letzte Premiere werden. Denn auf die Frage, ob sie noch einmal nach Hollywood zurückkehren will, antwortete sie nur: „Ich weiß es nicht!“

Sandra Bullock mit Tochter Laila in einer Videoschalte in der Web-TV-Talkshow „Red Table Talk“ Screenshot

Bullock adoptierte ihre Tochter Laila 2015, als diese drei Jahre alt war. Vor einiger Zeit enthüllte sie zum ersten Mal, wie traumatisiert ihre Kleine war, als sie sie zu sich nach Hause holte. Bei Facebooks „Red Table Talk“ mit Jada Pinkett Smith verriet die Oscargewinnerin, dass das Waisenmädchen in ihren ersten zweieinhalb Jahren gleich durch drei Pflegefamilien geschleust wurde: „Laila hat in den ersten Jahren Essen versteckt. Für sie ging es um das reine Überleben. Erst im Laufe der Zeit ist ihr wahres Ich durchgebrochen und hat ihre Ängste weitgehend vertrieben.“

Für Bullock war es ein Albtraum, als sie ihre Tochter anfangs im Haus nicht finden konnte: „Ich entdeckte sie dann im Schrank. Sie hatte alle ihre Sachen bei sich und sagte, dass sie bereit ist, zu gehen. Es war sehr hart für mich, nicht verletzt zu sein. Denn alles, was du willst, ist sie zu lieben. Doch Liebe kommt nicht einfach so plötzlich, sie beruht auf Gegenseitigkeit.“

Erst vier Jahre später habe die damals Achtjährige dann die Sicherheit für sich gewonnen, dass sie auch allein in ihrem Zimmer schlafen konnte: „Ich wusste, dass es so weit war, als ich nicht mehr länger an ihrem Bett sitzen brauchte, damit sie einschläft.“ Was die 57-Jährige nicht davon abhalten wird, auch noch in den kommenden Jahren immer für ihre Tochter da zu sein. „Sie weiß, dass ich da hinziehen werde, wo sie später zur Uni geht. Der Joke bei uns zu Hause ist, dass mein Sohn und sie sich auf eine Stadt einigen müssen. Egal wo, ich werde da sein!“